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Ghostpoet (Credit Emma Dudlyke)

Ghostpoet – I Grow Tired But Dare Not Fall Asleep

Ghostpoet war noch nie ein Kandidat für die Wahl zum Partytiger des Abends. Wenn andere mit der Faust auf den Entertainment-Buzzer hauen und die Massen mit pumpenden Lebe-den-Moment-Vibes ködern, legt der in London aufgewachsene Sänger mit nigerianischen Wurzeln mit ruhiger Stimme die Finger in klaffende Gesellschaftswunden.

Auch auf seinem neuen Studioalbum „I Grow Tired But Dare Not To Fall Asleep“ zieht der Freund klaustrophobischer Soundspielereien wieder alle Register. „It’s getting kinda complex these days“, stellt Ghostpoet im Opener „Breaking Cover“ fest.

Und in der Tat: Das Leben ist kompliziert geworden. In Zeiten von Corona merkt jeder Einzelne, wie schwierig es ist, über Nacht in den Nichts-tun-Modus zu schalten.

Als Ghostpoet sein fünftes Studioalbum in Angriff nahm, verband man den Namen Corona noch mit durchzechten Nächten und Hangover-Partys. Aber als hätte er die Krise kommen sehen, präsentiert er uns nun den passenden Soundtrack zum Chaos.

Gitarren, Synthies, Bass und Schlagzeug: Ein pulsierender Mix aus digital und analog schält sich aus den Boxen, angetrieben vom markanten Sprechgesang des Hauptverantwortlichen.

Ghostpoet untersucht, seziert, klagt an und stapelt im Anschluss Fragezeichen. Eigenständig geschrieben, arrangiert und produziert entziehen sich die neuen Songs jeder Genre-Kategorisierung.

Zwischen zirpendem Sound-Stillleben und düsterem Noise-Trip ist so ziemlich alles erlaubt, was Tiefgang gewährt und Nachhaltigkeit garantiert. Obaro Ejimiwe alias Ghostpoet ist müde. Aber die Angst vorm Einschlafen hält ihn wach.

Wer sich in diesen schwierigen Zeiten in einer ähnlichen Gefühlslage befindet, der bekommt hier ein musikalisches Kompagnon-Paket an die Seite gestellt, das mit jedem weiteren Durchlauf größere Spuren hinterlässt.

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