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Chicano Batman (Credit George Mays)

Chicano Batman – Invisible People

Der Opener auf „Invisible People” heißt „Color My Life“. Und genau das tun Chicano Batman mit ihrem vierten Studioalbum, das Leben bunter machen. Auch wenn sie den Pinsel dabei manchmal etwas zu wild durch die Farbpalette tanzen lassen.

Eines ist jedenfalls sicher. Den Groove hat das Quartett immer noch gepachtet. Die meisten Songs kommen mit unglaublicher Lässigkeit um die Ecke, die nicht zuletzt Eduardo Arenas‘ Künsten am Bass zu verdanken ist.

Obwohl die Synthies auf zum Beispiel „Color My Life“ mit ihrem fluffigen Stevie-Wonder-Touch auch nicht zu verachten sind. Generell hört man den Songs an, dass Chicano Batman deutlicher Richtung Pop schielen als noch auf ihren vergangenen Alben.

Trotz experimenteller Instrumentierung und vielerlei Einflüssen folgen einige Songs auf „Invisible People“ einer klaren Pop-Struktur und setzen sich mit eingängigen Melodien im Gehörgang fest.

Der entspannte Vibe – wie beim Titeltrack – täuscht häufig über die ernsteren Themen hinweg. So gehen Zeilen wie „Invisible people, the truth is we’re all the same / The concept of race was implanted inside your brain / It’s time to start all over / You best believe we’re taking over” ein bisschen unter.

Wobei sie in einer Welt, in der es immer noch zu tragischen Ereignissen wie jüngst im Falle von George Floyd (ein Afro-Amerikaner, der an den Folgen von Polizeigewalt starb) statt entspannt hingeslackert laut rausgeschrien hören. Gleiches gilt für „The Prophet“.

„The Way“ ist ein Beispiel dafür, wenn die Rechnung von Chicano Batman nicht ganz aufgeht. Vielmehr klingt der Song wie eine wilde Jam-Session, die sich bei der ganzen Muckerei und verschiedenen Stil- und Temporichtungen nicht entscheiden kann und so ihren Fokus gänzlich aus den Augen verloren hat.

Hätte man all‘ den verschiedenen Teilen des Songs mehr Raum gegeben, um sich wirklich zu entfalten und die Entwicklung so organischer gestaltet, hätte „The Way“ Potenzial gehabt. Aber mit unter vier Minuten grätschen sich Flöten- und Glockenklänge gepaart mit jeder Menge anderem Krach einfach nur gegenseitig ins Aus.

Allerdings bleibt „The Way“ mit dieser Richtungslosigkeit eine der wenigen Ausnahmen auf „Invisible People“. Die meisten Songs – allen voran „Pink Elephant“ – grooven mit einer solchen Gelassenheit vor sich hin, dass man sich ihr nicht entziehen kann.

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