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Das ist schon alles ziemlich spooky gerade – Perfume Genius im Interview

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Mit seinem fünften Studioalbum „Set My Heart On Fire Immediately“ nimmt Mike Hadreas alias Perfume Genius seine Hörer mit auf eine Reise durch die Gefühlswelt. Abermals schnürt der queere Ausnahmekünstler schwere Emotionspakete, in denen verschiedenste Konzepte der Maskulinität und intensive Begegnungen mit Liebe, Sex und Körperlichkeit zum Nachdenken anregen sollen. Wir trafen Mike Hadreas virtuell zum Interview und sprachen über Lernprozesse, volle Terminkalender und wichtige Bezugspersonen.

MusikBlog: Michael, die Corona-Krise macht vor keiner Ländergrenze Halt. Nach China und Europa sieht man sich nun auch in Amerika mit dem Virus konfrontiert. Du lebst seit drei Jahren in Los Angeles, der Party- und Entertainment-Metropole schlechthin. Wie kommen die Menschen in deiner neuen Wahlheimat mit der aktuellen Situation klar?

Perfume Genius: Das ist schon alles ziemlich spooky gerade. Ich kann natürlich nicht in die Leute reinschauen, aber man bekommt schon mit, dass sich viele Menschen große Sorgen machen. Es ist ja auch beängstigend. Ich meine, wenn ich die langen Schlangen vor Supermarktläden sehe, dann macht das schon etwas mit einem.

MusikBlog: Die Menschheit wartet ungeduldig auf einen Impfstoff. Viele Experten sagen, dass man erst dann die Situation unter Kontrolle bekommt. Aber was passiert danach? Macht man genau da weiter, wo man aufgehört hat? Oder werden sich grundlegende Dinge ändern? Was denkst du?

Perfume Genius: Ich hoffe, dass sich die Menschen noch lange an die Zeit erinnern werden. Und ich hoffe auch, dass man etwas aus dieser Zeit mitnimmt und lernt. Was am Ende aber unterm Strich hängenbleibt, kann man hier und heute nur schwer voraussagen. Wir werden uns diesbezüglich wohl noch eine Weile gedulden müssen.

MusikBlog: Gedulden mussten sich auch alle Perfume Genius-Fans. Das letzte Studioalbum „No Shape“ stammt aus dem Jahr 2017. Nun erscheint mit „Set My Heart On Fire Immediately“ endlich der Nachfolger. Wie zufrieden bist du mit dem Resultat?

Perfume Genius: Oh, zunächst einmal würde ich gerne etwas zum Zeitpunkt sagen. Es freut mich natürlich, dass es die Fans kaum erwarten können. Aber für mich hat es sich gar nicht so lange angefühlt. Ich war die vergangenen drei Jahre eigentlich ununterbrochen beschäftigt. Wer ein bisschen tiefer drinsteckt, der weiß, dass ich neben dem neuen Perfume Genius-Album auch an einem Kollaborationsprojekt zusammen mit meiner tollen Künstlerkollegin Kate Wallich gearbeitet habe (Soundtrack „The Sun Still Burns Here“). Ich habe also quasi zwei Alben in drei Jahren fertiggestellt. Das war jede Menge Arbeit. Und ich bin mit dem Ergebnis beider Projekte hoch zufrieden. (lacht)

MusikBlog: „Set My Heart On Fire Immediately“ ist unheimlich facettenreich. Nahezu jeder Song klingt anders. War das so geplant?

Perfume Genius: Wir haben es diesmal in vielen Bereichen anders gemacht. Die wichtigste Veränderung war sicherlich die, dass wir viele Songs live aufgenommen haben. Es war alles sehr familiär und im jeweiligen Moment verankert. Dieses Grundkonzept hat natürlich auch den Sound und die Entstehung der Songs beeinflusst. Inhaltlich wollte ich meine Gefühle noch mehr nach außen tragen. Ich wollte von allen Emotionen eine Portion mehr in die Waagschale legen. Zusammen mit dem organischen Sound entstand so etwas ganz Besonderes.

MusikBlog: Es gibt diesmal Kollaborationen mit Jim Keltner, Pino Palladino und Matt Chamberlin auf der Platte zu hören. Wie lief die Zusammenarbeit?

Perfume Genius: Es war unheimlich inspirierend. Ich meine, wir reden hier über Künstler, die schon so ziemlich alles erlebt und mitgemacht haben, was das Business zu bieten hat. Sie alle waren einst mit großen Künstlern wie The Who, John Lennon und Elvis Presley unterwegs. Das war wirklich großartig. Und sie fanden es natürlich toll, die Dinge live anzugehen. Das war ein sehr willkommener Prozess für alle Beteiligten. Alles war sehr homogen und organisch.

MusikBlog: Dein Lebenspartner und langjähriger musikalischer Begleiter Alan Wyffels war ebenfalls wieder mit von der Partie. Wie wichtig ist dir seine Anwesenheit und seine Zuarbeit?

Perfume Genius: Alans Mitwirken wird von Mal zu Mal intensiver. Er singt auf diesem Album mehr, er musiziert mehr, und er hat viel mehr für das Album geschrieben. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie es wohl ist, wenn er nicht mit am Start ist. Alan und mich, uns verbindet ein großes Grundverständnis füreinander. Wir sind sehr eng miteinander verbunden, und das auf vielen Ebenen. Er ist einfach unverzichtbar für mich.

MusikBlog: Der Produzent Blake Mills scheint ebenfalls ein wichtiges Puzzlestück zu sein.

Perfume Genius: Ja, Blake ist ein unheimlich leidenschaftlicher Produzent. In punkto Emotionen ist er mir sehr ähnlich. Wenn wir arbeiten, dann ist es immer intensiv, egal, um welche Sounds es gerade geht. Wir sind immer mit Haut und Haaren und unseren kompletten Gedanken bei der Sache. Diese Mentalität verbindet uns.

MusikBlog: All die Menschen, mit denen du diesmal zusammengearbeitet hast, brennen sicherlich genauso wie du darauf, das Album endlich in die weite Welt zu schicken. Wie frustrierend ist es, diesen Prozess momentan nur mit halber Kraft angehen zu können?

Perfume Genius: Das ist schon sehr schade, klar. Aber es geht gerade allen Menschen so. Jeder muss in seinem Bereich Abstriche machen. Ich hatte schon weit entwickelte Ideen für die Live-Shows. Das steht jetzt alles erst einmal hinten an. Ich werde aber hart dafür arbeiten, dass so viele Menschen wie möglich Zugang zu meinen neuen Songs bekommen werden.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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