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Perfume Genius – No Shape – Kitsch vs. Camp

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Spieglein, Spieglein an der Wand – wem ist Perfume Genius bisher noch nicht bekannt? Bereits seit 2008 macht der Solo-Künstler Mike Hadreas unter dem ätherischen Namen Perfume Genius unfassbar guten und emotionalen Indie-Pop.

Nach seiner letzten Platte „Too Bright“, die 2014 veröffentlicht wurde und den kernigen Power-Song „Queen“ mit an Bord hatte, erscheint nun sein viertes Studioalbum „No Shape“. Mit dabei sind 13 bittersüße Songs, die eine märchenhaft sphärische Soundlandschaft entwerfen.

Einen Vorgeschmack darauf bot bereits die erste Single-Auskopplung „Slip Away“, deren Video an einen wundersamen Fantasyfilm erinnert: Die Optik ist leicht verwaschen und die Protagonist*innen müssen sich gegen das Böse – in Gestalt sonderbarer Clowns – zur Wehr setzen. An dieser Märchen-Ästhetik orientiert sich auch das Albumcover von „No Shape“, das mit einer trashigen Fotowand-Optik daherkommt.

Während in den bisherigen Platten von Perfume Genius klar definierbare Themen auszumachen sind, wie etwa Sexualität, häusliche Gewalt oder die Anfeindungen, mit denen schwule Männer im Alltag zu kämpfen haben, hat das Album „No Shape“ eine weniger fassbare Form – und wird damit seinem Namen gerecht.

In „Slip Away“ geht es um enge freundschaftliche Bande: Zu zweit geht es gegen den Rest der Welt. Das Gefühl, das Perfume Genius hier musikalisch umgesetzt hat, ist derart generisch, dass es vermutlich jede*r nachfühlen kann. Gerade aus dieser Vertrautheit nimmt der Track seine Stärke.

Aber auch in den anderen Songs muss nicht lange nach großen Gefühlen und Intimität gesucht werden, das lässt sich schon durch verheißungsvoll klingende Titel wie „Just Like Love“ oder „Die 4 You“ erahnen.

Doch trotz aller Märchenbuch-Romantik schafft es Perfume Genius auf unerklärliche Weise, das Album nicht in völligen Kitsch verfallen zu lassen – bzw. den Kitsch so weit zu treiben, dass es schon irgendwie „campy“ ist.

So erinnert „Sides“ mit seinem 80er-Sound an Kultfilme wie „La Boum“ oder „Die Reise ins Labyrinth“, ein Abenteurfilm, der David Bowie Fans noch immer zum Schmachten bringt.

Der Track „Die 4 You“ hingegen erscheint wie der perfekte Schnulzen-Song und nutzt zur Unterstreichung seiner eigenen Gefühlsbetontheit R&B-Elemente.

Aber auch eine gute Portion Indie-Pop und sanft dahin schmelzende, chorale Klänge bekommen die Zuhörer*innen geboten. Abgerundet wird „No Shape“ durch seinen wunderbar ambivalenten Charakter. Die Songs sind kraftvoll und verletzlich zugleich – kein Wunder also, dass die Platte als perfekte Make-Out-Musik gehandelt wird.

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