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Mathea (Credit Kidizin Sane)

Mathea – M

Bei deutschsprachigem Pop ist es immer ein schmaler Grat: Neben den innovativen Indie-Sounds mit verspielten Lyrics gibt es immer auch die schlageresk anmutenden Liebesballaden und Partyhymnen, dessen Zielgruppe außerhalb eines Dorffestes kontinuierlich hinterfragt werden muss.

Dazwischen gibt es so gut wie nichts anderes. Die Sängerin und Rapperin Mathea schlägt jedoch genau in diese Kerbe dazwischen – und balanciert die beiden Seiten auf ihrem Debütalbum „M“ mit Mühe und Not aus.

In ihrer Heimat Österreich haben ihre Singles bereits Platin-Status erreicht, hierzulande bekommt die Künstlerin, die 2016 durch die Castingshow The Voice in Deutschland bekannt wurde, allerdings auch immer mehr Anerkennung.

Simple, aber mehrschichtige Beats bestimmen den zugänglichen Pop von Mathea, allerdings schaffen diese es nicht, in eine konsequente Tanzbarkeit überzugehen.

Stattdessen verbleiben Songs wie „Gib Bescheid“ oder das von sanften Brüchen bestimmte „Irgendeine Party“ auf einer Ebene, die weder für sanfte Hintergrundberieslung, noch für bewusstes Zuhören angenehm wäre. Die Monotonie, die sich auf „M“ nach nur wenigen Songs einpendelt, ist für Pop gerade zu irritierend.

Nur durch Matheas Gesang gelingt es, etwas Abwechslung in die Songs zu bringen: Zwischen Sprechgesang, ästhetischen, hohen Tönen und kraftvollen Refrains („Welle“), präsentiert sie die Bandbreite, die viele Zuschauer wahrscheinlich schon bei The Voice an ihr geschätzt haben.

Mit ihrer Stimme, die sowohl sanfte Momente beschert, als auch auffallend rau klingen kann, erzählt sie von persönlichen Empfindungen, Erlebnissen aus ihrer Kindheit („Kein Tutu“) oder davon, wie sie einer wichtigen Bezugsperson eines Tages ein Haus am See („Haus“) ermöglichen möchte.

Die Sprache, die Mathea dafür auf „M“ wählt, bleibt umgangssprachlich, wirkt aber nie plump. Ihre Geschichten ergeben ein stimmiges Gesamtbild der Sängerin und wirken so offen und ehrlich, dass es sich lohnt, ihnen zuzuhören.

Musikalisch schafft „M“ es – trotz Kerbe zwischen interessantem Electro und schlagereskem Radio-Pop – allerdings kaum, aus genau dieser schwierigen Lücke heraus.

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