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Denai Moore (Credit Nadira Amrani)

Denai Moore – Modern Dread

Wir leben in ungewissen Zeiten. Dessen ist sich auch Denai Moore bewusst. Doch statt zu verzweifeln, packt die 27-jährige ihre Gefühle in einen bunten Mix aus Soul- und Pop-Musik und liefert mit „Modern Dread“ eine überzeugende Platte ab, die nicht nur gut klingt, sondern auch den Zeitgeist einfängt.

Schon der Opener „Too Close“ begeistert mit seiner Vielfalt an Sounds und verliert dabei trotzdem nie den roten Faden. Was mit klarem Fokus auf Moores gefühlvoller Stimme, nur unterstützt von pointierten Synthie-Tupfern, beginnt, verwandelt sich mit wenigen Schritten zu einer groovigen Dance-Nummer, bei der Instrumentals mit den verschiedensten Beats gepaart werden, so dass sich keine Sekunde anhört wie die andere.

„Grapefruit On The Porch“ beweist, dass Moore nicht nur mit stampfenden Beats glänzt, sondern auch introvertierten Klängen ihren Zauber entlocken kann. Auch hier zeigt sich, dass bei „Modern Dread“ besonders das Zusammenspiel zwischen Moores eindringlicher Stimme und den passenden Beats und Instrumentals perfekt aufgeht.

Bei Songs wie diesen macht es Sinn, dass Moore bei der Produktion des Albums zurück zu ihren alten Helden Thom Yorke und Kanye West gefunden hat. Oder ob man diese Perfektion der Balance eher Alex Robertshaw von Everything Everything zuschreiben sollte, der Moore bei den Aufnahmen zu „Modern Dread“ unterstützt hat? Egal – das Endresultat ist stimmig.

Über die simple Eingängigkeit des Refrain von „To The Brink“ oder die überbordene Poppigkeit von „Slate“, die an eine etwas stilvollere Version von Taylor Swift erinnert, sieht man daher gerne hinweg.

In Sachen Zeitgeist stechen vor allem Songs wie „Turn Off The Radio“ ins Auge: „Is there a single quiet place/Who holds the bearings in this hollow space“ fragt Moore und liefert so die perfekten Zeilen zu einem Gefühl der konstanten Überflutung, das jedem mehr als bekannt vorkommt.

Ganz abgesehen davon, dass Lyrics wie „Turn off the radio it’s not my tune“ in Anbetracht der Einfältigkeit der deutschen Mainstream-Radiolandschaft sowieso jeder sofort unterschreiben würde.

Aber wer weiß, vielleicht schafft es Denai Moore mit „Modern Dread“ sogar ins Radio und widerlegt diese Aussage so zumindest für gute drei Minuten.

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