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DMA’s (Credit McLean Stephenson)

DMA’s – The Glow

Wenn Musik damit beschrieben wird, dass sie für Arenen gemacht ist, ist das meist eine Hiobsbotschaft für Gitarrenliebhaber. Dass „The Glow“ von den DMA’s  dann auch noch ausgerechnet zu Zeiten erscheint, in denen die Zukunft von Stadion-Konzerten so ungewiss ist wie der Toilettenpapier-Vorrat in deutschen Supermärkten noch vor wenigen Wochen, macht das Ganze noch rätselhafter.

Der Opener „Never Before“ verortet das australische Trio zunächst wie erwartet in guter, alter Brit-Pop-Tradition und schwenkt seinen Hut in Richtung Oasis mit einer Prise groovigem Weichspüler.

Kann man so machen, hat der junge Wunderboy Sam Fender auf seinem Debüt „Hypersonic Missiles“ aber beispielsweise eine Spur besser hingekriegt.

Wirklich vorhersehbar wird es dann mit Titeltrack „The Glow“, der mit stampfenden Beats seinen Platz auf dem Thron des banalen Dance-Pop-Hits erobern will.

„Does anybody care?“ fragt Tommy O’Dell, bevor er feststellt: „I don’t know / I’m sick and tired of chasing the glow”. Es hat was von einer selbsterfüllenden Prophezeiung, dass diese Zeile zu großen Teilen auf „The Glow“ zutrifft.

Spätestens bei „Silver“ dürften dann auch besagte Arenen ins Spiel kommen. Akustik-Gitarre, begleitet von einem hallenden Schellenkranz und einem epischen Finale, das mit Zeilen wie „How do I redefine / All my love for you / I guess I look to the sun with you“ weder lyrisch noch musikalisch etwas neu definiert, dafür aber die Mitsingchöre sicher haben dürfte.

Bei „Life Is A Game Of Changing“ ist der Name gewissermaßen Programm. Denn der Rocksound wird von waschechten Club-Beats und jeder Menge Synthies aufgeweicht.

„Cobracaine“ funktioniert nach gleichem Rezept, wirkt aber etwas natürlicher und weniger bemüht als sein Vorgänger.

Während „Learning Alive“ und „Criminals“ als leichte Klaviersongs zwar nett, aber ebenfalls eine Spur zu vorhersehbar sind, taucht mit „Strangers“ und dessen unterschwelligen Melancholie ein kleiner Lichtblick auf dem Album auf und nickt geneigten Hauptes leise Richtung New Order.

Für DMA’s bleibt zu hoffen, dass Großveranstaltungen möglichst schnell wieder Normalität sind. Denn sonst wüsste man wirklich nicht, was man mit „The Glow“ anfangen soll.

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