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Biffy Clyro (Credit Ash Reynolds)

Biffy Clyro – A Celebration Of Endings

Biffy Clyro haben es ihren Fans der ersten Stunde in den letzten Jahren nicht leicht gemacht:

Wo man „Opposites“ noch wohlwollend als seltenen, aber okayen Gast auf dem Plattenteller durchwinken konnte, stand die Nadel nach dem ersten Durchlauf von „Ellipsis“ verstört still, während der einzige Nachklang von selbsternannten Hits wie „Howl“ darin bestand, dass man sich gleichfalls jaulend auf der Couch zusammenrollte und fragte, was bloß aus dem frickeligen Alternative-Rock geworden ist, der Biffy Clyro mit ihrer meisterlicher Perfektion aus der Masse herausstechen ließ.

Nachdem die Wartezeit auf den Nachfolger „A Celebration Of Endings“ mit vier Jahren sowieso nicht gerade kurz war, gab es wegen Corona nochmal drei Monate obendrauf, denn statt des geplanten Release im Mai, erscheint das neunte Studioalbum stattdessen jetzt im August.

Aber – das Warten hat sich gelohnt. Gleich der Opener „North Of No South“ beraubt die angsterfüllte Erwartungsmine sofort jeglicher Sorgenfalten:

Synkopierte Gitarren, die mit ein bisschen Phantasie sogar an „Living Is A Problem Because Everything Dies“ erinnern, treffen auf krachige Soundwände, bevor sie sich im Refrain mit genau der richtigen Portion Hymnik vereinen, während Simon Neil fragt: „Can you feel it?“. Aber sowas von.

Mit „The Champ“ folgt gleich das Paradebeispiel dafür, wie sehr Biffy Clyro auf „A Celebration Of Endings“ die Extreme ihres Sounds ausloten. Trotz balladeskem Klavier-Intro und cineastischen Streichern verkitscht hier nichts im Pathos, sondern balanciert gekonnt zwischen Gefühl und Krach, während Neil mal lieblich melodisch, mal mit mehr Nachdruck klarstellt: „We are the source of all the things you’re desperate to ignore“.

Herzstück des Albums – zumindest für Fans der härteren Biffy Clyro – dürfte ohne Frage der letzte Song „Cop Syrup“ sein. In gut sechs Minuten ballern Biffy Clyro durch verschiedene Genres und vereinen das Beste ihrer Karriere:

Von kreischendem Rockbiest über Gesang, der sich nicht allzu sehr über das Präfix „Sprech“ wehren würde, zur Akustik-Gitarre, die sich über mehrere Minuten über die organisch anschwellende Unterstützung eines Orchesters freuen darf, bevor Neil kurz vor Ende mit einem keifenden „Fuck Everybody Woo“ den Mittelfinger all jenen zeigt, die Biffy Clyro schon abgeschrieben hatten.

Was für ein Abgang. Beziehungsweise was für ein Comeback!

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