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San Cisco (Credit Toni Wilkinson)

San Cisco – Between You And Me

Guter Pop muss nicht immer innovativ sein, sondern vielleicht auch einfach eine konsequente Fortsetzung der bisherigen Veröffentlichungen oder eben ein Wagnis, welches zu neuen musikalischen Ufern führt.

So etwa verhält es sich auf bei San Cisco: Lockere Keyboard-Melodien, Abwechslung im Leadgesang und tanzbare Rhythmen bestimmen auch auf dem fünften Album des Quartetts aus Australien die Stimmung. Der Band fehlt es allerdings an Würze.

Zugegeben: Ganz wie der direkte Vorgänger klingt „Between You And Me“ dann doch nicht. Die Songs sind insgesamt softer, aber auch fröhlicher als das oftmals laut voranpreschende „The Water“ aus dem Jahr 2017.

Die Indie-Pop-Band scheint den Synthesizer intensiv für sich entdeckt zu haben („Shine“) und hält die Gitarre eher als sanfte Saitenstreichelei oder mit verspielten Verzerrungen im Hintergrund („Alone“). Damit präsentieren San Cisco eine etwas weichgespülte Version ihrer sonst eher forschen Songs.

Auf „Between You And Me“ öffnet die Band sich mit entrückten Melodien gerade zu dem Dream-Pop. Schon der Opener „Skin“ ist eine von Synthies durchtränkte Einleitung in diese Grundstimmung des Albums, in dem auch Einflüsse aus den 80er Jahren deutlich hörbar sind und dessen Refrain spätestens jeden Zuhörer packt.

„One The Line“ bittet mit einem starken Bruch und lässigen Gitarrensounds dagegen direkt auf die Tanzfläche, während „Reasons“ dem Ganzen noch eine Drum-Krone aufsetzt und den Rhythmus beschleunigt.

„Between You And Me“ birgt also durchaus gut gemachte Pop-Momente, die Spaß machen. Es ist auch nicht der musikalische Bruch, der San Cisco hier nur wenig in die Karten spielt, sondern eher der fehlende Mut, eine eindeutige Richtung einzuschlagen.

Während hier und da mit wenigen Elektro-Elementen experimentiert wird, fehlt der Band die Dynamik. Bei „Messages“ greifen sie beispielsweise ein paar La-Roux-Vibes ab, verfallen dann im Titelsong aber in schlichte Songwriter-Tristesse.

Ihrem fünften Album fehlt es zwischen Indie-Pop-Ästhetik mit 80er-Flair an wirklich spannenden Passagen. Vielleicht ist es aber auch der Anspruch von San Cisco, einfach nur „nett“ zu sein.

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