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Eels (Credit Gus Black)

Eels – Earth To Dora

So klingt wohl die Musik von jemandem, der viel gesehen, viel erlebt, viel hinter sich hat. Viel hinter sich haben Eels einerseits musikalisch (es ist sage und schreibe das 13. Album der Kalifornier, die bereits seit einem Vierteljahrhundert aktiv sind – welcher Künstler kommt noch auf solch eine Diskographie?).

Andererseits hat Frontmann Mark Oliver Everett aber auch persönlich einiges hinter sich – das Album „Electro-Shock Blues“ etwa erschien 1998, nachdem seine Schwester verstorben und seine Mutter an Krebs erkrankt war.

Die raue Stimme von Everett klingt wie die eines Sängers, dessen Leben einige Spuren hinterlassen hat. Die Songs handeln von Verletztwerden, Klarkommen, Weitermachen.

„I got hurt”, heißt es im gleichnamigen Song über reduzierte Akkorde und einen lockeren Groove, „and it didn’t feel good“. Bei der melancholischen Gitarren-Träumerei im nächsten Song („OK“) wird die Zeile nochmal aufgenommen: „I got hurt, so what?“, fragt Everett, „I don’t know anything for sure, but I know that it’s another day, and I’m okay.“ Hinfallen, aufstehen, weitermachen.

Nicht resignativ, sondern versöhnlich, nicht deprimiert, sondern optimistisch klingen dementsprechend die meisten Songs, siehe „The Gentle Souls“ oder „Baby Let’s Make It Real“. Er hoffe, dass seine Songs, die hauptsächlich vor der Pandemie entstanden, eine Art Linderung sein könnten, lässt sich der Frontmann zitieren.

Musikalisch sind Eels auf dieser Platte nicht aus der Ruhe zu bringen: Kaum bricht das Schlagzeug mal aus seinem gleichmäßig-gemütlichen Takt aus, selten treten die Songs aus dem bekannten Indie-Rock-Rahmen heraus.

Ausnahmen sind „Are We Alright Again“, das fast nach Jahrmarktorgel klingt, oder „Of Unsent Letters“, wenn Everetts Gesang David-Bowie-ähnlich entrückt über einer melancholischen Gitarre schwebt.

Mark Oliver Everett liefert mit „Earth To Dora“ eine Platte, mit der sich seine Band nicht neu erfindet – die aber, mit den Lebenserfahrungen, von denen sie erzählt, nichtsdestotrotz ein persönliches Hörerlebnis ist.

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