JW Francis – We Share A Similar Joy

JW Francis ist ein Phänomen: Googelt man den New Yorker, so finden sich außer Musikseiten abseits des Mainstreams, die sich vor Lob für ihn schier überschlagen, nur spärlich Informationen. Als Stadtführer soll er gearbeitet haben, ein eigenes Business besitzen und die rechte Hand eines Nobelpreisträgers sein. Eigentlich ist das aber egal – denn sein Debütalbum spricht für sich.

Die vielseitigen Begabungen von Francis werden nämlich auch auf „We Share A Similar Joy“ überdeutlich: Während der erste Track „Home“ noch ruhig, atmosphärisch und ätherisch daherkommt, geht er elegant und fast nahtlos in „Is That The One“ über, das schon deutlich mehr Uptempo-Tendenzen aufweist.

Dass Bedroom-Pop nicht nur einseitig, ein bisschen schläfrig und traurig sein muss, beweisen auch andere Songs der Platte. „New York“, die wohl offensichtlichste Hommage an seine Wahlheimat, ist ein quirliger, innovativer Track.

Auch auf „Lofi“, wo – Nomen est omen – Nonchalance, rauschige Vocals mit funky Untertönen und die Bitte „Be good to me“ zu einem ziemlich charmanten Stück verschmelzen, beweist Francis sein Können.

Eine Platte dieses Genres kommt natürlich nicht um eine fette Portion Melancholie herum. Gott sei Dank! Denn „We Share A Similar Joy“ liefert auch das – die Songs „I’m Down Whatever“ und „Loving Nobody“ sind die etwas wehmütigeren Highlights des Albums, die vom New Yorker Schlafzimmer ins Ohr und von dort aus direkt ins Herz wandern.

Der Musiker selbst betonte, auf dem Album gehe es um gemeinschaftliche, geteilte Gefühle von Nostalgie, Kindheit, Angst, Sehnsucht, und vor allem: Freude.

Letztere hat man beim Durchhören der LP auf jeden Fall, denn seine Unaufgeregtheit macht einem Hoffnung, dass wahrscheinlich irgendwann doch wieder alles gut wird.

Denn was „We Share A Similiar Joy“ auszeichnet, ist, dass da ein Musiker am Werk war, der nicht nur extrem talentiert ist, sondern es auch absolut drauf hat, an die Emotionen zu appellieren, die uns tatsächlich alle verbinden.

Wenn JW Francis weiter so abliefert, hat New York innerhalb kürzester Zeit einen neuen, großen Lo-Fi-Helden.

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