Chuckamuck – Language Barrier

14 Jahre Bandgeschichte, drei Alben und schon ein erstes Resumee im Best-off- Format? Ja, das geht, aber darüber hinaus verfolgen Chuckamuck mit dem Nachfolger ihrer 2017er Ausgabe noch ein viel größeres Ziel.

Konstatierte Jochen Distelmeyer einst „..der Turm fiel um und wurde Mauer, wurde Sprachbarriere..“ fiel die Intuition der Crossover-Kapelle des guten Geschmacks für die Beseitigung der „Language Barrier“ dann doch weniger diskurs-lastig aus.

Via Staatsakt wird in erster Linie ein Zugang zu ihrem Werk für all jene gelegt, die als Nicht-Muttersprachler mit der Sperrigkeit der hiesigen Semantik so ihre Probleme haben, vor allem dann, wenn diese so hintergründig ausfälllt, wie es in den Texten der Berliner Jungs neben aller Herzlichkeit geschieht.

Drei Jahre dauerte der Produktionsprozess, 11 Songs werden in den Sprachen Japanisch, Schwedisch, Polnisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Englisch und Hebräisch angeboten, wird die Essenz des Chuckamuck-Backkatalogs in die Welt getragen und damit nicht nur den Worten, sondern auch der musikalischen Wandlungsfähigkeit der Männer um Sänger Oska Wald die internationale Bühne bereitet.

Wobei Wort und Ton beim Quartett als Teil eines Komplexes, der ebenso Animation, Comics, Videos und Live-Performance umfasst, zu verstehen ist, so dass für jedes der Stücke eigens ein Clip produziert wurde, inklusive handgezeichneter Animationen vom Frontmann, der als künstlerischer Multitasker auch als Karikaturist beschäftigt ist.

Ob der raubeinige Charme von „Camino, Camino“, das Road-Movie „Vingt Mille km“ („20.000 Meilen“), der Psych-Garage-Rock von „Turkey Stew“ („Kehrtage“) oder der verkaterte Mundharmonika-Country von „Men Kiosken Runt Om Hörnet Dar Jag Bor“ (“Der Laden An Der Ecke”) – die Nummern funktionieren multilingual so gut wie im Original.

Wenn also demnächst irgendwo auf der Welt unwiderstehlicher Indie-Surf-Verschnitt, rumpliger Lo-Fi oder sonstige Punk-Adaptionen der Marke Chuckamuck aus den Boxen schallt – immerhin hat ihr Hit „Eis Am Stiel“ sich entsprechend übersetzt bereits im Radio Israels etabliert – wirbt die Band nicht nur in eigener Sache, sondern ist auch als Kulturbotschafter Deutschlands unterwegs.

Facebook
Twitter

Schreibe einen Kommentar

Login

Werde MusikBlog-Mitglied!

Dir hat der Artikel gefallen und du möchtest ihn dir merken oder als Favorit für deine Charts markieren? Werde einfach MusikBlog-Mitglied und klicke auf Mein Favorit. Auf der Mein MusikBlog-Seite findest du alle deine Favoriten und kannst sie dort sortieren.