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Farhot (Credit Firas Colin)

Farhot – Kabul Fire Vol. 2

Old School Hip-Hop direkt aus Hamburg und mit afghanischem Street-Music-Einschlag, das liefert Farhot mit „Kabul Fire Vol. 2“ jetzt schon zum – wie der Titel erahnen lässt – zweiten Mal.

Der Produzent aus Hamburg stieg spätestens im Jahr 2012 mit „Kabul Fire Vol. 1“ aus dem Schatten der zahlreichen prämierten Platten, an denen er für Künstler wie Haftbefehl, Die Fantastischen Vier und Max Herre geschraubt hat. „Kabul Fire Vol. 2“ sorgt satte neun Jahre später für den nächsten Meilenstein.

Denn der zeitlose Stil des wandelbaren Künstlers überträgt sich auch ohne Probleme auf die Gegenwart. „Kalun“ versprüht gleich zu Beginn eine Auro der Selbstverständlichkeit, der Attitüde eines Kosmopoliten, der zwischen und in zwei Metropolen Musik macht. Kabul und Hamburg haben scheinbar nicht nur die Vokale, sondern auch eine gewisse grittiness gemein, den Hang zum ungefilterten.

Dabei bleibt Farhot nicht unpolitisch. Einige Samples enthalten dokumentarische Schnipsel über Kriege, die in den letzten Jahren in Afghanistan ausgefochten wurden und dem Land Narben zugefügt haben. Farhot bleibt davon natürlich nicht unberührt und zeichnet ein starkes Bild der Verbundenheit zu einem Ort, der auch einen Teil seiner Identität ausmacht, aber scheinbar unerreichbar ist.

„Feel Ugly“ ist vielleicht der kraftvollste Track auf dem Album. New-York-City-Grandeur und persönlicher Verlust formen ein Bekenntnis zu den eigenen Schwäche und Schmerzen. Kabul ist Farhot und Farhot ist Kabul.

Gleichzeitig bleibt „Kabul Fire Vol. 2“ aber Musik, die für jeden zugänglich ist. Denn das Album spielt nicht nur mit den eigenen Erfahrungen oder dem eigenen Befinden zwischen zwei so prägenden Kulturen, sondern auch mit der Rapgeschichte im Allgemeinen.

Ohne sich zu sehr auf gegenwärtige Trends einzulassen, hört sich Farhots neue Veröffentlichung wie ein Querschnitt der vergangenen Hip-Hop-Dekaden an. Und wie oben schon erwähnt, reduziert sich das nicht auf die deutsche Szene, die ihm allein dank seiner Historie als erfolgreicher Produzent nahe liegen dürfte, sondern dem internationalen Sound unterschiedlichster Herkünfte.

„Kabul Fire Vol. 2“ ist von Farhot, das ist unverkennbar und äußert sich in jeder Sekunde des Albums darin, dass Kabul fast zu einer Metapher für ihn selbst wird. „Kabul Fire Vol. 2“ ist aus den gleichen Gründen aber auch für jeden, der in Zerrissenheit und Hoffnung auch etwas Romantisches und Kraftvolles sieht.

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