Pom Poko – Cheater

Es gibt Bands, die ihre Alben langsam langsam anklingen lassen, haben wir gehört. Pom Poko gehören nicht dazu. “Cheater” geht da genau so wenige Kompromisse wie “Birthday” ein und das ist gut so. Das Quartett aus Norwegen will schließlich nicht gefallen, sondern macht es einfach.

Mit dem Titeltrack “Cheater” steht gleich zu Beginn des Albums eine Tour de Force an, die in sich die Stimmung einer ganzen Platte vereint. Euphorischer Beginn, sentimentaler Zwischenteil und abgefucktes Ende, das irgendwo zwischen Stroboskop und Engelsgesang richtig fest in die Tasten haut.

Und genau dieser Gesang ist es auch, der immer wieder für herrliche Kontraste sorgt – auf der einen Seite übersteuerte Punk-Schrammelei und abbrechende Kopfstimme auf der anderen. Der Refrain von “Like A Lady”, der seinen vollen Suffkolorit sicher erst in einem kleinen Klub oder einer noch kleineren Bar entfalten könnte, fällt dabei besonders ins Auge.

“Danger Baby” wiederum zeigt, dass es auch anders geht, und zwar kompromisslos sanft. Poppige Melodien und verspielter Gesang vermischen sich zu einem stark gezuckerten Gegenentwurf zu rohem Bass und brachialem Gesang, die sonst häufig die Überhand gewinnen.

Man merkt Pom Poko an, dass sie auch ganze Alben mit einem sehr gegenwärtigen DIY-Rock füllen könnten, sich aber lieber einem experimentellen Eklektizismus bedienen, um etwas sehr Eigenes zu schaffen.

“Cheater” ist ein Rock-Album, das mit einer starken Sensibilität für entrückte Rhythmen und gegensätzliche Extreme spielt. Die Norweger könnten in mehreren Genres zu Hause sein, entscheiden sich für keines und landen mit “Cheater” einen Achtungserfolg, der nicht zuletzt auch der popkulturellen Begeisterung einer Band entsprungen sein dürfte, die sich den Namen vom japanischen Film “Pom Poko” des legendären Studio Ghibli geborgt hat.

Wenn es nach uns geht: Leihdauer unbegrenzt.

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