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Pale Waves (Credit Dirty Hit Records)

Pale Waves – Who Am I?

Pale Waves sind mit ihrer zweiten Platte „Who Am I?“ in falschen Jahrzehnten unterwegs. Optisch und musikalisch zelebrieren sie die Rückkehr der Emo-Splitter. Darauf gewartet hat allerdings niemand.

Es gibt die globalen, popkulturellen Teenager-Phänomene, die sich in regelmäßigen Abständen wiederholen. Ein vermeintlich ins Zentrum medialer Aufmerksamkeit vermarkteter Hype, der dann doch einigermaßen schnell vorüber ist, ehe sich nur noch Klatschblätter für die Paparazzi-Bilder der zu C-Promis Degradierten interessieren.

Denn die homogene Zielgruppe des Phänomens wird ein paar Jahre älter, wächst aus den Mainstreammechanismen heraus und zersplittert in der Diversität identitärer Möglichkeiten. Die jüngeren Geschwister haben da bereits ihre eigenen und meistens anderen Idole.

Für die verprellten Interpreten, die immer noch zahlreiche Nachahmer haben, weil die Industrie nicht bereit ist, zu akzeptieren, dass der Reibach am Versiegen ist – für sie beginnt eine verzweifelte Sinnsuche nach einer Exit-Strategie, die mit etwas Glück irgendwann in der Jury einer Castingshow endet, wo sie zum Ziel haben, erneut ihresgleichen zu reproduzieren.

Und da beißt sich die Logik in ihren juckenden After. Boy Bands, Girl Groups, Aaron Carter, Tokio Hotel. Es gibt unzählige Beispiele. Was das mit Pale Waves zu tun hat? Die Band um Sängerin Heather Baron-Gracie versucht, diesen Beobachtungen zu widersprechen.

Denn ihr Pop-Punk wirkt einem Phänomen zugehörig, das fast 20 Jahre alt ist. Sind wir ehrlich: Kein Mensch, der damals „Sk8er Boi“ gefeiert hat, weiß, heute, was zur Hölle Avril Lavigne macht.

Pale Waves erinnern uns zumindest daran, was es mal war. Die Band aus Manchester wirkt wie aus einem Wurmloch katapultiert und Heather Baron-Gracie wie eine dunkelhaarige Lavigne-Epigonin. Damit das nicht so outdated wirkt, addiert man zu den tausendfach gehörten Hooks und Melodien ihrer Songs noch ein bissschen Elektro-Pop.

Das wird funktionieren, genau wie das 2018er Debüt „My Mind Makes Noises„. Doch auch die Zielgruppe dieser Rendite-Produktion wird älter werden. Und abseits von tagträumenden Teenies findet hier schon heute kein mündiges Mitlgied der Gesellschaft originäre Töne.

Da hilft leider auch der Gothic-Lidstrich in den Gesichtern der Mitglieder nicht weiter. Aus welcher Emo-Dekade war der noch gleich?

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