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Tash Sultana (Credit Dara Munnis)

Tash Sultana – Terra Firma

Zwischen Blues, Jazz, Pop und klassischen Singer-Songwriter-Vibes pendelnd, sorgte Tash Sultana vor drei Jahren mit der Veröffentlichung des komplexen Debütalbums „Flow State“ für viel Aufsehen in der Szene. Nun legt der/die australische Expert*in für ausgeklügelte Gitarren- und Loopstation-Sounds, die sich selbst als non-binär bezeichnet, mit dem zweiten Studiowerk „Terra Firma“ endlich nach.

Abermals fällt es unheimlich schwer, eine passende musikalische Schublade für Tashs Schaffen zu finden. Kaum scheint der/die 25-jährige Sänger*in in einem Genre angekommen, da wendet sich auch schon wieder das Blatt. Tash experimentiert, probiert viel aus und lässt sich nur ungern einfangen.

Verglichen mit den Songs ihres Debüts, umgarnt die neuen Songs ein voluminöserer Band-Sound. Auf groovenden Beats bewegt sich Tashs Stimme in wellenförmigen Schwingungen über allerlei Zuarbeiten aus den Bereichen Jazz, Blues, Funk und Pop.

„Terra Firma“ startet mit schnippenden Fingern und einer nachhaltigen Bassline. Nach einer Minute gesellt sich Tashs markante Delay-Gitarre dazu. Mit Trompetenklängen und karibischem Flair gipfelt das eröffnende Instrumental in einem wahren Sound-Feuerwerk („Musk“). Es ist der Anfang eines tiefgehenden Jam-Trips deluxe.

Tash Sultana gelingt es, trotz einer Vielzahl von instrumentellen Einschüben, keinerlei Unruhe entstehen zu lassen. Alles bleibt lässig, geschmeidig und cool. Wenn dann noch der entspannte Gesang dazukommt, möchte man als Hörer einfach nur noch die Augen schließen und in eine bessere Welt entschwinden („Crop Circles“, „Greed„).

Tash selbst beschreibt die Musik wie „eine Mixtur aus Aretha Franklin, Bon Iver und John Mayer“. Da will niemand widersprechen, auch wenn der Soul hier im Vergleich zum entspannten Singer/Songwriter-Flair eher aus der Tiefe des Raums kommt.

Schlussendlich spielt es aber keine Rolle, woher die einzelnen Genre-Puzzleteile kommen, und mit welcher Präsenz sie sich aus den Boxen schälen. „Terra Firma“ vereint alle musikalischen Ingredienzien zu einem großen Ganzen, das vom ersten bis zum letzten Akkord überzeugt und beeindruckt.

Wenn der sphärische Abschiedsgruß „I’m Free“ die letzten Gliederzuckungen begleitet, schwebt man als Freund entschleunigter Klangkunst einfach nur hinfort in beseelte Traumwelten.

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