Bereit für eine Wanderung durch finstere, geheimnisvolle Welten? Der Experimentalmusiker Louis Carnell alias Visionist veröffentlicht sein neues Album “A Call To Arms” und erschafft damit wieder ganz eigene klangliche Landschaften.

Auf seiner dritten Platte hört man erstmals die Stimme des Künstlers in Form von Liedern mit Text. Diese Songs, wie “The Fold” und “Form” klingen dann fast ein wenig nach Gothic-Rock. Die Stimme integriert sich sehr schön in die elektronischen Klangwelten und vermittelt eine melancholische Atmosphäre.

Ansonsten gibt es wieder viele Klangexperimente mit unterschiedlichen elektronischen Sounds. Es ist interessant zu beobachten, wie sich aus etwas, das erst einmal nur nach Lärm klingt, Strukturen, Rhythmen und Melodien entwickeln.

Für “A Call To Arms” hat Visionist außerdem einige andere Künstler*innen in seine Welt eingeladen. So zum Beispiel die Multimedia-Künstlerin und Opernsängerin Lisa E. Harris, Ben Romans Hopcraft von Childhood oder Black Midis Schlagzeuger Morgan Simpson.

Die Welt von Visionst ist düster, windig und menschenleer. Wenn man sich aber einmal an die Umgebung gewöhnt hat, lernt man sie zu schätzen und ihre eigenartige Melancholie zu genießen. Das Erkunden dieser Gegend ist ein richtiges Abenteuer:

Mal ist es hier ruhig und friedlich, mal wird es laut und ein wenig beängstigend. Man beobachtet seltsame riesige Wesen und Maschinen, muss gelegentlich auch von ihnen wegrennen, wenn sie zu bedrohlich werden. Man lauscht fernen Stimmen, die sich manchmal als gesamplete Folklore-Gesänge entpuppen. Und ab und zu scheinen doch auch warme Sonnenstrahlen durch die Wolken.

Irgendwo in dieser Landschaft steht auch eine einsame Kirche. Immer wieder sind Kirchenglocken hörbar, manchmal auch Psalmgesänge, was zum absurden Charakter der Musik beiträgt.

“A Call To Arms” ist eines dieser Alben, die man sich konzentriert anhören sollte, um es wirklich zu schätzen. Nebenbei, als Hintergrundmusik wirkt es nur störend.

Genau diesen Anspruch hat Visionist wahrscheinlich mit seinen Projekten. Man muss seine Welt bewusst betreten, um sich in ihr zurechtzufinden.

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