Hinter dem verträumten Indie-Folk von Benedikt würde man wohl auf Anhieb einen Solo-Songwriter vermuten. Vielleicht einen zurückhaltenden Typen, der sich vor allem in seinen Songs und mit seiner Gitarre ausdrückt.

Tatsächlich steckt hinter dem zarten Klang aber eine wesentlich größere Menschengruppe: Um genau zu sein, sind neun Musiker und Musikerinnen an Benedikt und dem zweiten Album „Balcony Dream“ des Projekts beteiligt.

Der kreative Kopf von Benedikt ist Hans Olav Settem, der ursprünglich auch als Solo-Musiker agiert hat. In schwierigen Phasen seines Lebens, die auch von Depression begleitet wurden, soll er Trost in der Musik von Vashti Bunyan und Ellioth Smith gefunden haben.

Seiner Kunst merkt man das deutlich an. Zarte Klänge bedeuten bei Benedikt aber nicht unbedingt minimalistische Klänge.

Der Opener „Purple And Green“ mag mit gezupfter Gitarre und stark an Smith erinnernden Gesang noch etwas zurückhaltender daher kommen. Aber schon das darauffolgende „In The Mirror“ spielt mit mehreren Schichten, schreitet beim Tempo zügiger voran und birgt im Refrain beinahe schon poppige Momente.

Der Sound von Benedikt wirkt nicht nur sehr natürlich und intuitiv, die Gruppe hat auch ein Händchen für eingängige Melodien. Damit hätte das Projekt durchaus das Potenzial, sich schnell auf eine Ebene mit kommerziell erfolgreichen Songwritern wie Vance Joy oder James Bay zu begeben.

Doch auch in die Welt von Sufjan Stevens und José González reihen sie sich mit Songs wie „Silver And Gold“ ein. Mit beiden Vergleichen sind sie wohl nicht schlecht bedient.

Die tatsächliche Inspirationsquelle für „Balcony Dream“ soll allerdings das Zeitalter der Renaissance sein. Die Epoche steht für eine Zeit des Umbruchs und die Rückbesinnung zur Antike. Sinnbildlich lässt sich das wohl auch auf die Folkmusik von Benedikt übertragen:

Sie konzentriert sich auf wenige, wesentliche Elemente und nähert sich den Wurzeln von Folk an. Gerade das macht die Musik der neunköpfigen Gruppe wohl so erfrischend.

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