Dass Royal Blood zwar eine Band sind, gleichzeitig aber nur aus zwei Freunden bestehen, die Bock auf Alternative-Rock haben, war auf den ersten beiden Alben “Royal Blood” und “How Did We Get So Dark?” noch eindeutig hörbar:

Ein Bass, der die Gitarre simuliert und sich in endlosen Samples selbst weg- und hinterherläuft, und ein ebenso prominentes Schlagzeug besorgten einen intensiven Sound, der aber eben auch nicht endlose Variationen erlaubt.

Mit “Typhoons” bricht das Duo aus dem gewohnten Sound aus und gewährt Synths den Einzug in die eigene Klangsphäre. Diese verdrängen die bekannte Dringlichkeit zwar nicht aus der Musik der zwei Briten, Tracks wie “Million And One” oder “Limbo” machen aber trotzdem Platz für Pop-Melodien, die eher an Two Door Cinema Club erinnern als die bisherigen Platten von Royal Blood.

Und auch das restliche Album klingt anders als bisher. Anstatt aber an die eben erwähnten Disco-Einflüsse anzuknüpfen, klingen Royal Blood auf “Typhoons” sonst eher nach modernem Indie-Rock wie bei den Foals, gepaart mit einer Theatralik, die man sonst vielleicht noch bei Muse findet.

“Typhoons” ist genau das, was man nach zwei erfolgreichen Alben nicht von Royal Blood erwartet hätte. Innovativ bricht das Duo die eigene Formel auf und lässt Einflüsse, die bis hier wohl niemand mit dem Rock-Image der Band assoziiert hätte, zu.

Gespannt darf man jetzt darauf sein, wie das Setup bei kommenden Tourneen aussehen wird. Wo bisher nur Mike Kerr und Ben Thatcher auf der Bühne standen, um die ikonische Koproduktion aus Bass und Drums darzubieten, dürfte sich jetzt mindestens ein Keyboard mit auf die Bühne schieben.

Jedenfalls hoffen wir, dass Lieder wie die gefühlvolle Ballade “All We Have Is Now” es jedenfalls als Rausschmeißer oder Abkühler mit auf die kommenden Setlists des Duos schaffen werden. Und wenn man das nur mit Bass und Drums spielen will, bleibt nicht viel übrig.

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