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Florence Arman – Out Of The Blue

RubrikAlben
Künstler*inFlorence Arman
LabelAWAL

Wer in der Musikwelt durchstarten will, hat zwei Möglichkeiten: Entweder auf eine Welle aufspringen und vom Hype mitgenommen werden oder gegen den Strom schwimmen und darauf hoffen, aufzufallen. Die Singer/Songwriterin Florence Arman hat sich für die erste Option entschieden und setzt mit ihrer Debüt-EP „Out Of The Blue“ auf das Erfolgsrezept vieler Zeitgenossinnen.

Die junge Britin konnte sich in den letzten Jahren bei diversen Studiosessions von großen Namen wie The Kooks, Barns Courtney und Crystal Fighters den ein oder anderen Songwriting-Trick abschauen.

Der Sound, für den sich Florence Arman letztendlich entschieden hat, unterscheidet sich allerdings klar von den genannten Features.

Florence ist ein Kind der Neunziger und der 00er-Jahre. Ähnlich wie Girl In Red, Beabadoobee, Chloe Moriondo oder Soccer Mommy greift sie diese Ästhetik auf und versucht sie, in die heutige Zeit zu versetzen.

Die Mehrheit ihrer Songs besteht dementsprechend aus ihrer cleanen E-Gitarre und dezenten Retro-Beats. Ein Klang, der aktuell auffällig häufig verwendet wird.

In ihren Liedern singt die mittlerweile in Wien wohnende Arman dabei zum Beispiel in dem Song „Home“ über ihr Heimweh: „Well, I haven’t been home in a long time/ Only ever land but I don’t arrive/ Dig up my roots so many times/ Just to feel the ground again“.

In „Naked“ stellt sie sich nach einer gescheiterten Beziehung die Frage, ob sie der richtigen Person eine Chance gegeben hat.

Klar, Florence Arman spricht in ihren Songs Themen an, die sie persönlich berühren und besingt sie glaubhaft. Den Worten, die sie dafür findet, fehlt allerdings die bildstarke Sprache und der Wortwitz einer Phoebe Bridgers oder die niederschmetternd ehrliche Lyrik einer Julien Baker.

Nichtsdestotrotz muss hier ein „noch“ hinzugefügt werden. Die junge Sängerin hat Zeit, um ihre eigene Stimme und mehr Individualität zu finden.

Das gilt für ihr Songwriting im Allgemeinen. Ihre Songs sind insgesamt zu vorhersehbar, da sie zu häufig auf die herkömmlichen Akkordfolgen vertraut und sich zu viele Tracks ähneln. Hinzukommt, dass fünf von sieben Tracks schon vorher veröffentlicht worden sind. Der Neuigkeitsfaktor hält sich damit bei dem Release auch in Grenzen.

Allerdings sind es genau die beiden tatsächlich neuen Songs, die „Out Of The Blue“ ein bisschen kreative Breite geben. Die Klavierballade „Black & White“ ist das Highlight der EP, weil sie darin endlich eine andere Facette zeigt.

Der Closer „All Night“ erinnert an das Debütalbum von Ed Sheeran und hat so einen ähnlichen Überraschungseffekt.

Am Ende steht ein vielversprechendes Debüt, das Florence Arman hoffentlich den Mut gibt, in Zukunft ihre eigene Welle zu starten, auf die andere junge, aufstrebende Künstler*innen aufspringen wollen.

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