Der wesentliche Unterschied zwischen einem Album und einer EP ist wohl die Länge beziehungsweise die Anzahl der Songs. Auf einer EP ist kein Platz für Lückenfüller oder endlos erscheinende Intros und Outros.

Auch K. Flay hat auf ihrer neuen EP „Inside Voices“ für beides keine Zeit. Die Künstlerin gibt auf fünf Songs ein weiteres Mal ihre unglaubliche, musikalische Vielfalt zum Besten und passt dabei in keine Schublade zwischen Rock und Hip-Hop.

Das wird schon beim Opener „Four Letter Word“ deutlich. Schroffe E-Gitarren-Parts, ein marschierender Beat und hastig gerappte Hooks machen die Dynamik des Songs aus. Ein Einstieg wie eine lässige Ansage.

Noch bewegter wird es anschließend in „Good Girl“: Pop-Punk-Gitarren sorgen für das Soundgerüst, hinzu kommen entspannte Klatsch-Geräusche im Refrain und verspielte Einrufe. Schon hier fühlt sich „Inside Voices“ eher wie ein Sampler an als eine Sammlung von Songs der gleichen Künstlerin.

In „Dating My Dad“ bekommt K. Flay berühmte Gesellschaft. Bei dem Song sitzt Travis Barker von Blink-182 an den Drums. Inhaltlich besingt die Songwriterin und Rapperin eine Beziehung zu einem älteren Mann und was ihre Eltern darüber denken. Auch hier setzt sie vor allem auf Gesang und klammert den Rap noch aus. Die zerrenden E-Gitarren bleiben aber ein beliebtes Element für ihren sommerlichen Skater-Sound.

Erst in „TGIF“ liegt der Fokus auf Sprechgesang, den K. Flay immer wieder selbst mit einer zarten Bridge unterbricht. An der knurrenden und lauten Gitarre ist diesmal niemand Geringeres als Tom Morello von Rage Against The Machine. Seine Band wird auch lyrisch im Song verarbeitet, während K. Flay über gesellschaftlicher Verhaltensmuster wettert.

„My Name Isn’t Katherine“ lässt schließlich endgültig klassische Hip-Hop-Elemente zu. Ein repetitiver Beat trifft auch düstere Töne und elektronische Ausschweifungen.

In nicht mal 15 Minuten bringt K. Flay vermutlich all ihre Einflüsse unter und gebührt dabei jedem einen großen Auftritt. Wer braucht da schon eine Albumlänge?

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