“Changephobia”, das könnte rein theoretisch ein Omen sein. Ein Omen dafür, dass Rostam, der Edel-Alumni der Indie-Rock-Band Vampire Weekend auf seinem zweiten Soloalbum noch immer dem Sound hinterherhängt, für den er in den frühen Jahren der Band mitverantwortlich war.

Ist es aber nicht unbedingt. Denn während Ezra Koenig Vampire Weekend mittlerweile eher zu seinem persönlichen Projekt transformiert hat, kombiniert Rostam Batmanglij seinen ikonischen Sound mit Inhalten, die eher einer Gegenwartsstudie ähneln.

In gewohnt urbaner New-Wave-Manier wandelt Rostam auf “Changephobia” von einer Zukunftsangst zur nächsten, lässt seinen gewohnt arhythmischen Gesang von Generationenkonflikten, über Homophobie bis hin zu persönlichen, existenziellen Krisen wandern.

Was den Sound von “Changephobia” angeht, kann man jedem Vampire-Weekend-Fan aber beruhigt auf die Schultern klopfen und das Album uneingeschränkt empfehlen. Selbst Titel wie “From The Back Of A Cab” klingen nach den romantischen Gedankenspielern urbaner und überdurchschnittlicher Hipper-Blutsauger, die Musik passt auch dazu.

Von schnellem Electronic-Indie über akustische Gitarrenläufe zu ruhigem Piano ist “Changephobia” ein beeindruckend kompakt produziertes Stück Indie-Musik. Ein bisschen wirkt es sogar so, als wäre Ezra Koenig mittlerweile der Teil von Vampire Weekend, der sich abgespalten hat, um den eigenen Sound zu realisieren.

So war “Father Of The Bride” viel mehr die Musik eines Künstlers als einer Band. Nicht ohne Grund nannte Koenig Kanye West als Inspiration für seine Auswahl an Kooperationsparter*innen und auch die Länge des letzten Vampire-Weekend-Albums wirkt eher wie das Werk eines emsigen Hip-Hop-Produzenten.

Tracks wie “4Runner” wirken im Gegensatz dazu wie das Zusammenspiel einer Band, strahlen eine Harmonie und Selbstsicherheit aus, die mit den Themen des Albums in den Konflikt tritt und ein interessantes Spannungsverhältnis erzeugt.

Vielleicht ist “Changephobia” doch ein Omen. Und zwar dafür, dass Rostams Angst vor Veränderung ein noch wählerisches Verhältnis zu neuen Ideen bedingt, das selektiv dafür sorgt, dass es eben nicht alle auf ein Album schaffen.

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