Maffai – Shiver

„Der Kopf ist leer, der Körper müde…ich kapituliere vor Dir und was Dir wichtig ist“. Das erste Stück „Wichtig“ auf der neuen Platte von Maffai macht gleich klar, auch das wird kein Zelebrieren von rosaroten Wolken. Beziehungen haben nicht immer ein Happy-End.

Die Band aus Nürnberg packt nach dem Debüt “Zen” seine Welt in eine zweite Scheibe namens „Shiver“. Mit dem Titel ist aber auch schon Schluss mit Englisch, sie bleiben ihren deutschen Texten treu. Den Sound des Erstlings nehmen sie ohne Pause mit auf “Shiver”, Post-Punk mit Melodie, Hang zum Indie.

In „Schieflage“ zerlegen sie mit viel tanzbarem Schwung die Schattenseiten des (vermeintlichen?) Scheiterns.

„Shinigami“ spült die Musikalität noch weiter nach oben. Ohrwurm-Material mit latentem Stampf.

Das Video zu „Cornerkids“ schleppt sich mit viel Druck und angezogener Handbremse durch die Bilder einer Jugend in der Frankenmetropole. Optimismus fehlt genauso wie Farbe.

„Down“ versprüht poppig fröhliche Melancholie, die Punkanteile auf Null reduziert.

„Wölfe“ täuscht kurz verträumt elektronisch an. Entwickelt sich dann zum politischen Stampfer mit komplexer Energie. Inhaltlich wie musikalisch.

„Houdini feat. Elena Steri“ öffnet die Bandbreite noch ein Stück weiter. Wütend aufgewühlter Gesang trifft auf Singer/Songwriter-Talent (Elenas Debütalbum “A Sleepy Kind Of Blue” erschien übrigens fast zeitgleich mit Maffais erstem Longplayer).

Mit einem fließenden Übergang zeigen die vier Jungs aus Franken, dass sie sich nicht auf die einfach strukturierte, punkige Seite ihres Schaffens reduzieren lassen. Deutlich dominantere Synthies, Melodien stärker herausgearbeitet. Ohne auch nur eine Nuance Energie zu verlieren.

Bassläufe unbeirrbar, omnipräsent. Maffai präsentieren sie sich musikalisch zeitloser und freier von klassischen Genre-Schubladen. Inhaltlich nicht weniger kritisch, verkopfter auf den Punkt gebracht. Tanzbar vom ersten bis zum letzten Akkord.

Facebook
Twitter

Schreibe einen Kommentar

Login

Werde MusikBlog-Mitglied!

Wir unterstützen die lokalen Musikszenen und vor allem kleinere Bands und Nachwuchs-Künstler*innen. Hilf auch du uns dabei mit einem kleinen monatlichen Beitrag.