Porches – All Day Gentle Hold !

Wenn sich der Do-It-Yourself-Ethos mit knallbunten Synthpop-Produktionen paart und dabei eine gleichzeitig bemerkenswerte und merkwürdige Platte herauskommt, kann nur einer am Werk gewesen sein: Porches, der uns in dieser Woche „All Day Gentle Hold !“ präsentiert.

Aaron Maine, so der Künstler mit bürgerlichem Namen, legt damit bereits sein fünftes Werk vor. Mit den vorherigen Alben konnte er die Musikpresse zwar teilweise schon begeistern, den Geheimtipp-Status ist Porches aber immer noch nicht so richtig losgeworden. Vielleicht ändert sich das ja aber nun ganz flott.

Denn „All Day Gentle Hold !“ hat eigentlich alles, was den Zeitgeist trifft: Eine rotzige Indie-Rock-Attitüde, eine interessante Mischung aus Gitarren- und Synth-Momenten und eine ganze Menge direktes, manchmal ziemlich skurriles Songwriting, das Porches mit seiner unbeeindruckt bis gelangweilt klingenden Stimme vorträgt. Hört sich chaotisch an? Ist es auch.

Auf dem neuen Album geht wirklich alles Schlag auf Schlag, hier wird keine Sekunde verschwendet. Die Songs sind direkt, kompakt, ehrlich – so knackt auch keines der 11 Stücke die Drei-Minuten-Marke.

Die Lieder sind exzentrisch und die Texte teilweise derartig absurd, dass man sich permanent fragen muss, was eigentlich in Maines Kopf so abgeht.

Da kann man sich als Hörer*in schon mal leicht gestresst fühlen – für Menschen mit schwachen Nerven ist „All Day Gentle Hold !“ definitiv nichts. Die recht schrägen Lyrics, getunten Vocals, Verzerrungen und alles andere als zurückhaltende Lautstärke tun ihr Übriges.

Und trotzdem: Wenn man sich auf sie einlässt, hat die Platte durchaus etwas Faszinierendes, eben weil sie ziemlich konfus und vollgepackt daherkommt.

„All Day Gentle Hold !“ ist verworren und verwirrend, denn der Sound lässt sich nur ziemlich schwer in Worte fassen, geschweige denn mit einem konkreten Genre betiteln – der Künstler selbst hat es als die „dynamischsten, spontansten Momente, zusammengefügt zu den fesselndsten Songs, die [er] machen konnte“ beschrieben.

Vielleicht muss man das einfach so stehen lassen und sich sein eigenes Bild machen.

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