„Music Of The Spheres“, Coldplays neuntes Studioalbum, hat schon für Furore gesorgt, bevor es überhaupt erschienen ist – schließlich sind die Briten inzwischen lang genug im Business, um zu wissen, wie man ordentlich die Werbetrommel rührt.

Mit bombastischen Marketing-Maßnahmen – inklusive Vorab-Premiere der Leadsingle „Higher Power“ im Weltall – hat die Band nicht gegeizt. Coldplay greifen so mit der neuen LP nicht nur im übertragenen Sinne nach den Sternen. Und wie das so ist, packen sie dabei auch ab und an mal ordentlich daneben.

Ob man das nun gut finden möchte oder nicht: Coldplay biedern sich mit „Music Of The Spheres“ ganz ungeniert (noch mehr als bisher, d.Red.) dem Mainstream an. Vielleicht ist das jetzt das krasse Gegenstatement zum zurückhaltenden, für die Band fast experimentellen Vorgänger „Everyday Life“, der zumindest kommerziell ziemlich enttäuschend für sie gewesen sein muss.

Vor allem auf das jüngere Publikum haben Coldplay es scheinbar abgesehen: So findet man auf der neuen Platte Emojis statt Songtitel auf der Trackliste, die K-Pop-Boys von BTS gibt es auf dem poppigen „My Universe“ zu hören, mit der Schauspielerin und Sängerin Selena Gomez machen sie auf dem irgendwo zwischen kitschig und schön pendelnden „Let Somebody Go“ gemeinsame Sache.

Insgesamt ist das Album eine Mischung aus Balladen („Human Heart“ mit We Are King und Jacob Collier), Stadion-Bangern wie „People Of The Pride“ und Instrumentals, beispielsweise „Infinity Sign“.

Was alle Tracks gemeinsam haben, ist, dass sie förmlich darum betteln, gemocht zu werden. Obendrauf gibt’s überpolierte Synths, eine ausladende Produktion und teilweise ziemlich seichtes Songwriting.

Dazwischen finden sich aber auch immer mal wieder Momente, die einen versöhnlich stimmen: Interludes wie „Alien Choir“ oder der letzte Song des Albums, „Coloratura“, der wirklich schön anzuhören ist und sich über mehr als zehn Minuten erstreckt.

„Music Of The Spheres“ hat sich als Space-Konzeptalbum getarnt. In ihrer Gesamtheit ist die LP dafür allerdings überraschend inkohärent. Ihre Sache machen die Jungs um Chris Martin stellenweise trotzdem richtig gut.

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