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The Parrots – Dos

Beim Titel ihres neuen Albums haben The Parrots es schlicht gehalten: Die zweite Platte der Madrilenen heißt ganz unprätentiös und treffend „Dos“. Ansonsten aber tragen die Jungs etwas dicker auf und schmeißen alles in den Raum, was das Genre Rock im weitesten Sinne so zu bieten hat.

Inzwischen ist die Truppe zum Duo geschrumpft und hat sich von der für ihr Debütalbum „Los Niños Sin Miedo“ so charakteristischen Lo-Fi-Attitüde verabschiedet. Statt der rohen Klängen des Erstlings setzt sie nun auf ein breiteres Spektrum und präsentiert uns ein buntes Potpourri aus verschiedenen Sounds, Stimmungen und Sprachen, die in einer Platte münden, die irgendwo zwischen handgemachtem Gitarrenrock und psychedelischen Klängen, zwischen Retro und modern liegt.

Der Opener „You Work All Day And Then You Die“ packt die Wut darüber, sich tagtäglich abrackern zu müssen, in eine eingängige Melodie, garniert mit dreckigen Riffs und hämmernden Drums.

Darauf folgt das lässige „Just Hold On“. Dann kommen die beiden spanisch-sprachigen Tracks „Maldito“ und „Lo Dejaría Todo“, die selbst dann ihren Reiz haben, wenn man der Sprache nicht mächtig ist.

Die wilde Mischung zieht sich durch die ganze LP – experimentellen 80er-Funk („It’s Too Late To Go To Bed“) bekommen wir genauso zu hören wie wütende, punkige Tracks à la „How To Not Be Seen“. Was alle Stücke gemeinsam haben ist, dass sie voller mitreißender Energie stecken.

In einem Statement zu „Dos“ ließ die Band selbst verlauten, dass Tom Furse von The Horrors, der das Album produzierte, ihnen geholfen habe, Sinn in das Durcheinander der verschiedenen Einflüsse zu bringen.

Der pulsierende und mitreißende, wenn auch zeitweise etwas anstrengende Sound von „Dos“ ist insgesamt cool, obwohl The Parrots vielleicht noch die ein oder andere Baustelle haben.

Trotzdem: Hut ab vor einer Band, die sich was traut. Man darf sich auf hoffentlich bald anstehende Live-Shows freuen und gespannt sein, wo die Reise der Spanier noch hingehen wird.

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