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Orlando Weeks – Hop Up

2020 war für Orlando Weeks ein Jahr, um auf die eigenen Beine zu kommen. Zum ersten Mal wurde der britische Musiker Vater und zugleich musste er sich nach dem Ende von The Maccabees neu orientieren.

Doch wo “A Quickening” im vorletzten Jahr noch voller gedämpfter Töne und Melodien war, kommt das neue Orlando-Weeks-Album “Hop Up” komplett neu daher. Es ist deutlich optimistischer gestimmt und fühlt sich nicht mehr wie eine musikalische Midlife-Crisis an, sondern scheint ein Fall von geplanter Entwicklung der Musikkarriere zu sein. Das Ergebnis: durchaus positiv.

Schon die ersten zwei Songs machen die deutlich. Der Opener “Deep Down Way Out” macht seinem Namen alle Ehre und kommt anfangs nur mit einer prägnanten, 80er-lastigen Bassline und einem sparsamen Schlagzeug daher. Optimal für die klare und saubere Stimme von Orlando Weeks. Die melodischen Gitarren unterstützen lediglich das positive Gefühl, dass der Song mit sich bringt.

“Look Who’s Talking Now” setzt dieses Gefühl fort. Auch dieser Song ist an 80th Vibes kaum zu übertreffen. Der leichte Rhythmus und die prägnante Ausgestaltung lässt einen an Strand, Cocktail und College-Filme erinnern, wo am Ende irgendwie immer alles gut ausgeht. Nach den ersten zwei Songs kann man von “Hop Up” schon begeistert sein.

“Make You Happy”, “Big Skies Silly Faces” und das an die Gorillaz erinnernde “Yup Yup Yup Yup” sind ebenfalls klanglich neu und heben sich vom Debütalbum deutlich ab.

Orlando Weeks hat aber die schläfrige Persönlichkeit und die warme, verschwommene Ruhe aber nicht gänzlich aufgegeben. “High Kicking” ist eine summende Ballade, die mit keinem geringeren als Willie J Healey – seinesgleichen der britische Shootingstar der letzten Jahre – aufgenommen wurde und wieder ruhige Momente a la “A Quickening” enthält.

Der Unterschied: der Klang des Songs ist nicht so durchproduziert, wie es auf dem Debütalbum einst war. Das warme Surren und Ziehen der Gitarrensaiten sowie die Harmonien Healeys unterstützen den positiven Gesamteindruck des Liedes, lassen ihn zwar ruhig wirken, aber heben ihn auf eine neue musikalische Ebene, die Orlando Weeks auf seinem Vorgänger noch außer acht ließ.

Auch “Silver” erinnert an das altmodische Ambiente des Debütalbums. Der funkelnde und grandiose Eröffnungstakt, der sanfte und ruhige Gesang und die gedämpften Brum-Beats, die wie ein entfernter Herzschlag pulsieren, arbeiten perfekt miteinander.

Aber während die Dinge mit dem hüft-schwankenden und fuß-klopfenden “Way to GO” enden, ist es schwer, dieses Album als etwas anderes zu sehen, als einen weiteren natürlichen Schritt nach vorn für Orlando Weeks. “Hop Up” ist ein Nachfolger, der durchaus Respekt und Anerkennung verdient hat.

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