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Foxes – The Kick

Ja, wir vermissen den Dancefloor. Nach zwei Jahren, in denen durchtanzte Clubnächte sowas wie das Relikt einer untergegangenen Zeit waren – und man die Diskos höchstens von innen sah, wenn sich inzwischen ein Testzentrum oder eine Impfstation darin eingerichtet hatten.

Es ist diese Sehnsucht nach der Nacht, die die britische Musikerin Foxes mit ihrem neuen Album “The Kick” bedienen will. Es ist das dritte Album der Musikerin aus von der englischen Südküste, und das erste nach einer – für das Popbusiness ewigen – Pause von sechs Jahren (wenn man mal von einer EP absieht, die Foxes in der Zwischenzeit veröffentlichte). Und wie die beiden Vorgänger ist auch diese Platte ein lupenreines Dance-Pop-Album geworden.

„She keeps dancing“, das sind die ersten Textzeilen dieser Platte, als hätte die, von der sie da singt, die vergangenen zwei Jahre einfach übersprungen. Doch wenn uns Foxes mit „The Kick“ langsam an den Dancefloor zurückgewöhnen will, dann ist der Effekt eher das Gegenteil. Indem sie uns mit einer Überdosis den Magen verdirbt.

Von vorne bis (fast ganz) hinten wummern die Elektrobeats, wetteifern catchy Refrains um den Ohrwurm der Hörer*innen. Das Problem: nichts davon bewegt, weder emotional noch den tanzhungrigen Körper.

Foxes bleibt auf diesem Album eine austauschbare Popstimme. Da ist nichts, was sie von ihren Peers in der zweiten Reihe der Popsternchen abheben würde, von den Alessia Caras und Carly Rae Jepsens und Tove Los.

Es ist also die Formelhaftigkeit, an der es hier hapert – wenn in der schon ausgekoppelten Elektro-Pop-Ballade „Body Suit“ der Refrain schmachtet und schließlich das unvermeidliche Saxophon erklingt. Und es ist die Überproduktion dieses Albums, die mit drückenden Beats und Dance-Bombast alles andere niederknüppelt.

Darin bleibt das Album konsequent, immerhin, bis kurz vor Schluss. Dann nämlich legt es eine krasse Vollbremsung hin und tauscht die Diskokugel wie aus dem Nichts mit dem Grand Piano. In „Too Much Colour“ hört man plötzlich, welche Stimme in Foxes steckt, nachdem sie in den 38 Minuten zuvor völlig zugekleistert wurde.

Vielleicht zeigt sie ja beim nächsten Mal ein bisschen mehr von dieser Seite.

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