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Foxes – All I Need – Aufgeplusterte Transparenz

Eigentlich strebte Louisa Rose Allen alias Foxes eine Karriere im Beauty-Business an. Schön anzusehen und mit dem Traum von einem eigenen Schönheitssalon im Gepäck standen die Zeichen auch denkbar günstig. Doch dann kam irgendwie die Musik dazwischen. Welch ein Jammer, hörte man die einen klagen, während sich die anderen begeistert auf die Schenkel klopften.

Die anderen waren Freunde dance-kompatibler Pop-Sounds. Jene Leute hatte Foxes mit der Veröffentlichung ihres Debütalbums “Glorious” im Jahr 2014 fest im Sack. Und weil sich das Leben als Pop-Starlet scheinbar noch besser anfühlt als das einer Nagellackfläschchen sortierenden Wohlfühlberaterin, macht die Britin mit ihrem zweiten Studiostreich “All I Need” genau dort weiter, wo sie vor zwei Jahren aufgehört hat. Soll heißen: Jede Menge fröhlich wabernde Synthies galoppieren auf klinischen Beats in Richtung Sonnenuntergang, während die Sängerin mit dem schluchzenden Organ wahlweise die Party-Animateurin oder die Herzschmerz-Dramaqueen mimt.

So richtig mitfeiern will man hier aber nicht; dafür klingen Dancefloor-Hüpfer und Jahrmarkt-Hymnen wie “Better Love”, “Cruel” und “Lose My Cool” einfach zu beliebig und austauschbar. Hin und wieder setzt die brünette Füchsin aber auch kleine Ausrufezeichen und beweist, dass das Ganze mit etwas weniger standardisiertem Brimborium und aufgeplustertem Pop-Tamtam auch in die richtige Richtung hätte gehen können.

Schade nur, dass die beiden Highlights – das Soul-Feuerwerk “Feet Don’t Fail Me Now” und das eingängige, mit dynamischen Rhythmen befeuerte “All I Need” – am Ende vor der geballten künstlichen Opulenz des Albums großteils die weiße Fahne hissen müssen. Was bleibt, ist ein kleiner Funke Hoffnung, dass sich eben jenen Kapitulierenden irgendwann weitere Gleichgesinnte anschließen werden, um der pseudoglänzenden Fassade einen authentischeren Neuanstrich zu verpassen. Wir drücken ganz fest die Daumen und glauben einfach mal ganz fest daran.

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