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Automatic – Excess

Satter gebremster Bass.  Sporadisches Aufblitzen der Percussion. Dazu der nüchterne Gesang von Izzy Glaudini. Aufgeräumt minimal, doch intensiv beginnt „New Beginning“, der Opener des neuen Albums „Excess“ von Automatic.

Schon bald legen sich die Synths dazu. Nostalgisch anmutender Sound. Harmonisch treibende Beats und nettes Piepsen. Die schöne Welt wiederkehrend unterbrochen durch kurze Noisefragmente zum Aufwachen. Die drei jungen Künstlerinnen aus Los Angeles bleiben dem Attitude ihres Erstlings Signals treu.

„On The Edge“ zeigt, dass der Eindruck des ersten Tracks nicht getäuscht hat. Automatic haben ihren Stil konsequent weiterentwickelt. Noch minimalistischer, im Anfang noch monotoner. Deutlich tiefer und intensiver. Synths homöopathisch schnarrend zum Refrain eingesetzt.

„Skyscraper“ greift sehr tief in die Retro-Kiste Richtung 80er ohne angestaubt daher zu kommen.

„Venus Hour“ erlaubt Lola Dompé am Schlagzeug die Führung zu übernehmen. Dumpf und repetitiv. Dominanz in der Attitude des Tracks, anstatt wie sonst so passende Minimal Drums auf den Punkt. Electronic und selbst der Bass treten nach hinten. Ausreißer und Highlight der Platte.

Der Staffelstab geht mit „Automaton“ fließend über zu Izzy an den Keyboards. Sehr schön tanzbarer Hüpfe-Minimal-Elektro. Mal wieder aus der Vergangenheit. Jetzt mit Lola am Mikro tauscht selbst der Gesang im Vordergrund monotone Intensität mit Melodie und Enthusiasmus.

„NRG“ setzt den Post-Punk ganz nach oben. Gitarren einfach ersetzt durch synthetisches Schnarren und Zerren. Und „Turn Away“ bremst das Tempo zum Schluss nochmal ganz tief runter. Ähnlich tief blubbert der Bass im Widerstreit zu den aufmunternd hellen Synths.

Deutlich gereift, haben Automatic ihren Retro-Minimal-Electro-Post-Punk-Stil im zweiten Album noch viel eigenständiger ausgebaut. Ihr Sound ist eingefangen, reduziert und deutlich vertieft. Spiel mit musikalischer Vergangenheit in der Zukunft.

Moderner und frischer kann der Blick in die Vergangenheit schwerlich klingen.

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