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agajon – nag champa

Von Farhot unter die Fittiche genommen, mit dem Debütalbum “7 Days” sogar international überzeugt und das alles mit Anfang 20. Die Vorzeichen für agajons zweites Album “nag champa” könnten kaum besser sein. Aber wie soll man noch überraschen, wenn die eigene, kurze Geschichte im Musikbusiness einen derart gefestigten Ruf produziert hat?

Aber fangen wir beim Album selbst an. Denn das – und dafür bedarf es nicht einmal der wenig subtilen Ankündigung zu Beginn, “We goin’ international, baby” – klingt gewohnt international und definitiv nicht nach angestaubten Hip-Hop-Mustern.

In “Plants (feat. Jay Prince)” wartet gleich das erste Highlight der ersten Albumhälfte mit einem hochkarätigen Feature-Gast auf. Und obwohl ebenjener aus London kommt und erste Gehversuche im Grime unternahm, klingt die Kooperation der beiden souliger und mehr nach Frank Ocean als nach Skepta.

Agajon beweist auf “nag champa” wieder und wieder sein Talent darin, Verzerrungen zu melodischen Werkzeugen zu machen. “Perspective (feat. Jordan Hawkins)” wiederum lässt seine Wandelbarkeit erkennen, wenn er aus akustischen Samples einen intensiven Beat baut.

Überrascht ist man nach “nag champa” vermutlich nicht darüber, dass derart zeitgemäßer Hip-Hop mit internationalem Anspruch aus Deutschland kommt – sofern man “7 Days” nicht verpasst hat.

Was an “nag champa” aber trotzdem beeindruckt und dafür sorgt, dass das Album keineswegs auch nur annähernd enttäuscht, ist die Weiterentwicklung seines Sounds, der mit noch weniger Pathos noch mehr Eindruck schindet.

Wenn “7 Days” der frühe Beweis für agajons Fähigkeit war, ein Konzept konsequent zu verfolgen, liefert “nag champa” den Beweis dafür, dass der Deutsch-Afghane auch mit dem opulenten Umfang eines Producer-Albums zurechtkommt.

Einzig ein fehlender Spannungsbogen, der “nag champa” eher wie ein Mosaikwerk unterschiedlicher Ideen wirken lässt, könnte beim zweiten Hören auffallen.

Dafür trägt die Zusammenarbeit mit Jay Prince neben “Perspective” noch mehr Früchte (“Back to Basics”, “Higher”) und offenbart in jedem Anlauf eine neue Facette der beiden Künstler.

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