Im Laufe des vergangenen Jahres sind Banji auf dem Indie-Radar aufgetaucht: Vier Jungs aus den Niederlanden, die mit quirky Gute-Laune-Sound und Mut zur Andersartigkeit auf sich aufmerksam gemacht haben.
Mit den Worten „Wir sind die musikalische Verkörperung von baumelnden Ketten und lässigen Latzhosen“ stellt sich das Indie-Pop-Quartett auf der bandeigenen Website vor – und belegt die Soundbeschreibung nun mit der Veröffentlichung des Debütalbums „Freshcakes“.
Doch wie klingen Ketten und Latzhosen? Offensichtlich nach verzerrten Stimmen, wildgewordenen Synthesizern und rebellischem DIY-Charme – zumindest, wenn man den sechs vorausgekoppelten Singles Glauben schenken mag.
In einer Mischung aus Indie-Pop und Elektro-Funk setzen sich Banji über Genregrenzen hinweg und lassen Einflüsse von R&B und Hip-Hop genauso in ihre Musik einfließen, wie 90er-Jahre Alternative-Rock.
Doch was nach purer Freude und Ausgelassenheit klingt, geht in den Lyrics an die Substanz. Denn auch, wenn Titel wie „Dogbreath“, „TalkieWalkie“ oder „Cornflakes“ sich nicht danach anhören, behandeln die Songs auf lyrischer Ebene eher die Existenzkrisen im Leben als Phasen des Glücks.
Der Song „Cornflakes“ zum Beispiel wirkt im ersten Moment wie ein verspielter Easy-Listening-Track mit Hip-Hop-Einflüssen, doch bei genauerem Hinhören fällt auf, dass Sänger Morris Brandt von der Anfälligkeit für Abhängigkeiten und Süchte erzählt.
Ähnlich verhält es sich mit „Chills“, der im Mantel eines energetischen Sommer-Soundtracks mit mächtigen Chören von dem Wunsch erzählt, nie erwachsen werden zu wollen – und wie man es irgendwie dennoch nicht verhindern kann.
Immer durch die Blume und auf einer höheren metaphorischen Ebene behandelt Brandt Themen, die ihn auch selbst im Leben beschäftigen. Denn große Teile des Albums sind autobiografisch und drehen sich etwa um die Suche nach Selbstdisziplin („Dogbreath“), die Frage nach Gewissheit über wahre Liebe („Maybe“) oder das Bedürfnis nach Raum und Ruhe („Lazy“).
Musik als Form der Selbsttherapie, und heraus kommt das gelungene Debütalbum einer vielversprechenden Newcomer-Band – es könnte schlimmere Ventile für Frustration geben.
