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Lola Marsh – Shot Shot Cherry

Schon seit ihrem Debütalbum „Remember Roses“ gelten Lola Marsh als musikalischer Export-Schlager Israels – vor allem, wenn es um wehmütigen Indie-Pop geht.

Nach dem ersten Album aus 2017 und dem drei Jahre später folgenden Zweitlingswerk „Someday Tomorrow Maybe“ steht mit „Shot Shot Cherry“ nun bereits der dritte Longplayer vor der Tür. Und auch, wenn sich der Sound von Lola Marsh im Laufe der Jahre weiterentwickelt hat – in Sachen warme Harmonien und erstklassige Arrangements bleibt sich das Duo seit jeher treu.

Während Multi-Instrumentalist Gil Landau für die musikalische Begleitung der Dark-Pop-Stücke sorgt, zieht Yael Shoshana Cohen die Hörerschaft mit ihrer rauchigen, einnehmenden Stimme in den Bann – und erinnert so an Genre-Größen wie Lana Del Rey.

Bereits mit der ersten Singleauskopplung „Love Me On The Phone“ setzt das Duo aus Tel Aviv den Ton für das gesamte Werk: zurückgelehnte Popsongs mit melancholischer Atmosphäre, die mit seidigen Synthesizern, modernen Electro-Sounds und plätschernden Gitarren von der Liebe erzählen – und allen Problemen, die mit dieser einhergehen.

Dazu gehören die Herausforderungen in einer Fernbeziehung („Love Me On The Phone“), das Vermissen einer geliebten, verstorbenen Person („Because Of You“) oder das mulmige Gefühl in einer Partnerschaft, in der gerade nichts so richtig rund zu laufen scheint („Satellite“).

„Never Grow Up“ beschäftigt sich – wie der Titel schon vermuten lässt – in verträumter Leichtigkeit mit dem Wunsch, niemals erwachsen zu werden und „Run Run Baby“ nimmt einen in Form von pulsierendem Beat und treibenden Sound mit zum Tanzen in den Club.

Somit ist „Shot Shot Cherry“ buchstäblich eine Achterbahn der Emotionen und schafft es nach traurigen, wehmütigen Balladen mit lebensbejahenden Up-Tempo-Nummern, die Wolken aus den Köpfen der Hörer*innen wieder zu verjagen.

Lola Marsh zeigen also nicht nur auf Soundebene, sondern auch in Sachen Atmosphären und Gefühlstiefe enorme Weiterentwicklung und erweitern die bandeigene DNA auf dem neuen Album um weitere Facetten – und zwar vollkommen organisch und ohne sich dabei zu verlieren.

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