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Lola Marsh (Credit Michael Topyol)

Lola Marsh – Someday Tomorrow Maybe

Auf dem Cover ihres Debüt-Albums „Remember Roses“ überquerten Yael Shoshana Cohen und Gil Landau – besser bekannt unter ihrem Bandnamen Lola Marsh – noch in einem kleinen Ruderboot und mit Hilfe mühevoller Muskelkraft die Weiten des Ozeans.

Auf ihrem Zweitwerk „Someday Tomorrow Maybe“ haben sie sich zwar nicht gleich in die Business-Class upgegraded, aber erklimmen die Höhen immerhin mit einem motorisierten Untersatz und haben in ihrer lässigen Pose dabei sogar noch Zeit, die Aussicht von oben zu genießen.

Denn da sind sie zumindest in Bezug auf ihr Heimatland mittlerweile angekommen. Das Duo Lola Marsh gilt als der Export-Schlager Israels in Sachen Indie-Pop.

Man sollte meinen, unter solchen Voraussetzungen fiele das Schreiben einer zweiten Platte nicht leicht. Doch Lola Marsh brechen mit dem Klischee des „schwierigen, zweiten Albums“.

Statt fünf Jahren Songwriting wie bei ihrem Debüt, verbrachte das Paar Cohen und Landau für „Someday Tomorrow Maybe“ gerade mal drei Monate damit, Songs zu schreiben. Denn laut eigener Aussage hatten sie im Gegensatz zu der Experimentier-Freude in den Anfangsjahren ihren Sound bereits gefunden.

Hört man sich „Someday Tomorrow Maybe“ jedoch an, hört man jede Menge Sounds, aber nicht unbedingt einen charakteristischen, dem man den Stempel „Lola Marsh“ aufdrücken würde.

Denn beispielsweise schon der Opener „Echoes“ erinnert bereits in den ersten Sekunden mit seinen getragenen Harmonien, der Instrumentierung und dem schlaftrunkenen Tempo an die Königin der Melancholie – Lana del Rey.

Nach dem Intro nimmt der Song schnell Fahrt auf und entführt in einen Tarantino-Western, in dem die Straße so staubig ist, dass man sich die Augen reiben muss. Auch „Darkest Hour“ entfacht mit Pedal-Steel-Sound und jeder Menge Stimmschleifern Lana-Del-Rey-Vibe.

Ganz anders – und wesentlich überzeugender – funktionieren Nummern wie „Strangers On The Subway“ oder „In Your Eyes“. Besonders „Strangers On The Subway“ erinnert mit seinen zarten Gitarrenklängen und Melodien, die trotz geringem Tonumfang begeistern, an die zerbrechliche Simplizität eines Sufjan Stevens zu „Carrie And Lowell“-Zeiten und demonstriert, dass man mit reduzierten Mitteln Gänsehautschauer auslösen kann.

Dass ein solches Stück deutlich berührender ist als eine aufgeblasene Pop-Ballade wie „Like In The Movies“, deren Melodie man bereits beim ersten Hören mitsingen kann, weil sie dermaßen durchschaubar ist – außer natürlich man ertrinkt vorher in den pathetischen Streicher-Arrangements – müsste jetzt nur noch jemand Lola Marsh erklären.

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