MusikBlog - Entdecke neue Musik

Sorry – Anywhere But Here

Großgeworden in der markanten Windmill-Szene in Brixton, wo sie sich neben Bands wie Shame, Goat Girl und Black Midi nach Belieben entwickeln und entfalten konnten, haben sich Sorry eine ganze eigene Soundnische geschaffen. Auch das nun endlich auf dem Tisch liegende “Anywhere But Here” der Combo um die beiden Band-Köpfe Asha Lorenz und Louis O’Bryen lässt sich musikalisch nur sehr schwer einfangen und zeigt, dass in punkto Genre-Archivierung noch längst nicht alle Schubladen beschriftet sind.

Sorry toben sich gerne in intensiven Lo-Fi-Welten aus, dort wo britischer Pop ruhig ein bisschen schief und noisy klingen darf. Auch auf “Anywhere But Here” bleiben sie ihrem eingeschlagenen Pfad treu, wenngleich die Elektronik im Spätsommer 2022 etwas Platz macht für urbane Singer/Songwriter-Strukturen, mit denen einst Heldinnen und Helden wie Carly Simon und Randy Newman große Erfolge feierten.

Auf der Suche nach besonderen Highlights spitzt man gleich zu Beginn die Ohren. Als hätten The Naked And Famous ein paar Drinks zu viel gezwitschert, poppen sich Sorry im Opener “Let The Lights On” durch ein zugewachsenes Lo-Fi-Pop-Labyrinth.

Das elegant auf einzelnen Tönen hüpfende “Key To The City” sticht ebenso heraus wie das beschwingt groovende Harmonie-Feuerwerk “There’s So Many People That Want To Be Loved”.

Kurz vor Schluss drängt sich auch noch das mit Akustikgitarren verfeinerte “Quit While You’re Ahead” ins Rampenlicht – ein Song, der in seiner Grundstimmung an Nrivanas “Unplugged”-Sensations-Session aus dem Jahr 1994 erinnert.

Sorry setzen auch mit ihrem zweiten Studioalbum ein dickes Ausrufezeichen. Hier paart sich Schönheit und Eleganz mit schnodderiger Unbekümmertheit – eine Mixtur mit der man vielleicht keine Arenen füllt, aber definitiv viele nerdige Sound-Fetischisten mit einem Faible für verschrobene Extravaganz abholt. Nice one.

Facebook
Twitter

Schreibe einen Kommentar

Das könnte dir auch gefallen

Login