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Mount Kimbie – Die Cuts | City Planning

Vorsicht: Es besteht die Gefahr der Überdosis an britischem Minimal, der seine Potenz steigert und dabei längst nicht mehr so minimal ausfällt. Oder kurz gesagt: Das Duo Mount Kimbie veröffentlicht ein Doppelalbum, das besser zwei einzelne gegeben hätte.

Denn eigentlich ist „Die Cuts | City Planning“ genau das: Zwei Platten von zwei unabhängig agierenden Schöpfern, die auf Grund ihrer Vergangenheit den am gehobenen Clubmarkt etablierten Namen Mount Kimbie drauf packen.

Die erste Hälfte – in diesem Fall 11 Tracks – hat Dom Maker geschrieben und autark produziert. Sein Partner Kai Campos hatte damit nichts zu tun, sehr wohl aber eine Stange an Gästen, wie Danny Brown, Reggie, Nomi, Keiyaa, Wiki, Liv.e, Kucka und Choker, sowie die langjährigen Begleiter Slowthai und James Blake, die die Melange aus Hip-Hop, R’n’B und elektronischer Versatzstücke zusätzlich überdehnen.

Gerade James Blake ist bekannt dafür, mit Mout Kimbie des Öfteren live aufzutreten. Und wie bereits auf dem Vorgänger „Love What Survives“, zimmert er auch jetzt in „Somehow She’s Still Here“ seine passgenaue Schmelzstimme auf britischen coolen Mimimal-Elektro.

Eines jener Stücken, die dieses Prädikat noch verdienen. Maker setzt, davon abgesehen, auch zunehmend auf kraftstrotzende Beats und Punchlines, die sich in den beiden Songs „If And When (feat. Wiki)“ und „Kissing (feat. Slowthai)“ am stärksten verfangen. Das wirkt zwar farbenfroh und melodiebetont, aber auch abhängig von der Zusammenarbeit.

Anders sein Counterpart Kaim Compos, vormals noch der Mitspieler. Auf sich allein gestellt, frönt er ausschweifend dem DJing und der Clubcultur und forciert einen klaren Tempowechsel. Bereits der erste Track „Q“ reist eine harte Abbruchkante, die danach noch weiter splittert.

Es übernehmen geschmeidige, avantgardistische Beats, stotternde Arpeggios und Staubsaugerbeutel. In den mutwillig derangierten Dellen innerhalb der 12 Tracks spiegeln sich auch die Remixarbeiten von Mount Kimbie für Foals und The xx, niemals aber spiegelt sich darin die erste Hälfte von Dom Maker.

Und so ist das vierte Studioalbum von Mount Kimbie in Wahrheit jeweils ein Soloalbum ihrer zwei Mitglieder, die als solche schon herausfordernd genug wären. Hintereinander bleibt vor allem ein zuckender Overkill.

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