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Romano – Vulkano Romano

Romano, das größte Salatherz Köpenicks, wendet sich mit seiner aktuellen Veröffentlichung “Vulkano Romano” einer derart eklektischen Auswahl an Themen zu, dass eine Rezension über das Album als Gesamtwerk fast unmöglich erscheint.

Die diversen Exkursionen nach Versailles, nach Japan, in die Wildnis und in die wilden Fantasien des Künstler aus Berlin haben dabei aber immerhin gemein, dass man sich zwischen poppigen und intensiven Beats, gesampleten Tiergeräuschen, etwas Panflöte und schockierend eingängigen Refrains die Frage danach stellt, warum man sich den kreativen Ergüssen Romanos doch irgendwie gern hingibt.

Auf “Vulkano Romano” klingt erst einmal vieles nach dem ironischen Party-Schlager, der spätestens seit Alexander Marcus’ kometenhaftem Aufstieg im Unterbewusstsein vieler nur auf die Zubereitung eines köstlichen Toasts mit Ananas uns Käse wartet, um danach tagelang in unkontrollierbaren Wellen an die Oberfläche zu strömen.

Da wundert es kaum, dass gleich der dritte Track auf dem Album, “Samurai”, mit einem entsprechenden Feature aufwartet und Alexander Marcus bei der Fetischisierung japanischer Popkultur Beihilfe leisten darf.

Wie zu erwarten, kommt ein ironieüberladenes Hybridwerk aus Rap und Schlager nicht ohne Vorurteile und Oberflächlichkeiten aus, die beim aufmerksamen Hören eher abschrecken als ein Schmunzeln herauszukitzeln.

Weil sich Romano aber auch sonst gern auf Sailor Moon – vermutlich Vorbild für seine ikonische Frisur – und andere Animegrößen bezieht, könnte man die Reduzierung Japans auf melodische Begriffe in “Samurai” auch als Racheakt interpretieren. Als Racheakt für all die japanischen aber deutschsprachigen Anime-Intros, allen voran “Feuerroter Pfeil und Bogen” in “Attack On Titan”, die deutsche Zuschauer*innen in regelmäßigen Abständen überrascht aufspringen lassen.

Ähnlich überrascht dürften Hörer*innen bei “Fetisch” darauf reagieren, dass im Refrain völlig unangekündigt und ohne erkennbaren Reim das Wort “Doof “auftaucht, natürlich gefolgt von Flötentönen. Als vielleicht unattraktivstes deutsches Wort, als Brot der Adjektive, führt uns Romano insbesondere mit derartigen Überfällen vor Augen, warum wir es vermissen würden, wenn da irgendwann nichts Neues mehr käme.

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