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Takeshi’s Cashew – Enter J’s Chamber

“Nur die größten Nerds kennen alle Instrumente, die Takeshi’s Cashew zu ihren Gigs schleppen,” heißt es in der Spotify-Bio des Sextetts. Als Genre-Zuschreibung fügt die Band aus Wien dann “Psychdelic Cosmofunk” hinzu. Und zu guter Letzt gibt es den amüsanten Fakt, dass sich fünf der sechs Bandmitglieder bei der berühmten TV-Show “Takeshi’s Castle” kennengelernt haben. All diese kruden Infos ergeben gemeinsam zumindest ansatzweise eine Vorstellung dessen, was Hörer*innen auf dem zweiten Album des österreichischen Kollektivs erwartet.

Dabei ist auch “Enter J’s Chamber” wie schon das Debütalbum “Humans In A Pool” von 2021 mehr ein Erlebnis oder gar ein Gefühlskompott als einzelne Songs, die sich ins Gehirn brennen. Für diesen Eindruck spielt die Band nicht nur mit den oben erwähnten Instrumenten, sondern auch mit Genre-Schnipseln aus Psychdelic, Cumbia, Funk und Disco.

Bei so vielen Inhaltsstoffen ist es daher nur die richtige Schlussfolgerung, dass ganz unterschiedliche Stimmungsbilder auf der Platte zu finden sind. Das meditative “Manado Harbour” ist dabei mit der Mixtur aus Psychedelic-Rock und elektronischem Wabern noch eine der klassischeren Songs der Platte.

Je nach Bewusstseinszustand und zugeführten Substanzen schwirren bei den anderen Stücken wahlweise Fragezeichen oder Serotonin-Bomben durch den Körper. Denn so wirklich blickt man durch diese Songwriting-Strukturen nicht durch und die Suche nach den Instrumenten bleibt auch erfolglos.

Immerhin bauen viele der Songs auf wiederholenden Strukturen und Melodien, die dann in bedingungsloser Repetition zum gewünschten Gemütszustand führen. Teils dominieren dabei die elektronischen Beats und die Up-Beat-Momente (“Badaouiah”), teils lassen Songs mit luftigeren Arrangements glühende Sonnenstrahlen hinein (“Serpentines (To Nikšić)”). Und im Reigen des hohen Blas-Instruments von “Happy Towel Day” wird die mentale Hängematte direkt ausgerollt.

Dennoch fragt man sich nach dem knapp siebenminütigen Trip des Closers “El Topo” (featuring Niklas Wandt ein wenig, was denn die letzten 44 Minuten überhaupt passiert ist. Wer auf solche undefinierbaren Reisen steht, ist bei Takeshi’s Cashew somit bestens aufgehoben. Die anderen bleiben irgendwann im Laufe des Parcours hängen.

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