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Mudhoney – Plastic Eternity

Grunge is not dead. Zumindest noch nicht ganz, denn die Wurzeln lassen auch bei zunehmend anderen Einflüssen meist noch erkennen. Der lebende Beweis dafür sind nicht nur Pearl Jam, die in ihrem Sound mittlerweile raue Härte immer öfter gegen eingängige Rock-Momente eintauschen und sich auch gegen Synthies längst nicht mehr wehren, sondern auch Mudhoney.

Mudhoney sind nach mehreren Dekaden Bandgeschichte noch genau so wütend wie zu Beginn ihrer Karriere und begegnen den Absurditäten der Gegenwart auf ihrem neuen Album “Plastic Eternity” mit krachigen Gitarrenwänden und bissigen Lyrics.

Mit „Plastic Eternity“ feiert das Quartett seinen 35-jähirgen Geburtstag und beweist, dass man – auch wenn man bereits eine Anzahl an Alben veröffentlicht hat, die man an zwei Händen nicht mehr abzählen kann – immer noch was zu sagen hat.

Dabei sorgt der Sound für eine interessante Diskrepanz. Denn einerseits wirken Mudhoney mit ihrem rauen Vibe, dem oft gewollt schrägem Gesang, der sich auch gerne mal im Geschrei verliert, und den reißerischen Gitarren wie aus der Zeit gefallene Rock-Dinosaurier.

Gleichzeitig spielen sie diese Mischung, die auch gekonnt Richtung Fuzz oder Psych ausschlägt, mit unglaublicher Frische, weswegen man ihnen die 35 Jahre auf dem Buckel sowas von gar nicht anhört. Vielleicht liegt das auch daran, dass „Plastic Eternity“ innerhalb von nur neun Tagen in Seattle (wo auch sonst?) aufgenommen wurde. Das klappt nur, wenn alle Feuer und Flamme sind.

Meist geht es bei den 13 Songs dementsprechend energetisch nach vorne. So rechnen Mudhoney mit „Almost Everything“ zu groovigem Schlagzeug und fuzzigen Gitarren mit den Obrigkeiten ab und stiften ihre Hörer zur inneren Revolution an: „Undermine the foundations / Of the lies that they repeat“.

Generell hat das Quartett den ein oder anderen bissigen Kommentar zum aktuellen Zeitgeschehen in petto. Aber auch, wenn es beim Großteil von „Plastic Eternity“ eher wild hergeht, kommen überraschend ruhige Moment zustande. So beispielsweise „One Or Two“, das man mit dem klaren Gesang von Mark Arm sogar als Ballade betiteln dürfte, wäre da nicht diese durchschimmernde Bedrohung, die die Harmonie immer wieder kurz aus dem Konzept bringt.

Mit „Plastic Eternity“ steht fest, dass Mudhoney von Rente noch nichts wissen wollen.

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