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RAHEL – Blessed

Gerade wippt man fröhlich zu den Songs von RAHEL mit, da fährt einen beim Recherchieren der Künstlerin ein Schauer über den Rücken: Dieses Geburtsjahr kann doch nicht stimmen! Aber doch, da steht es: 2010. Die heute 13-jährige auf Grund ihrer Background-Geschichte bei “The Voice Kids” jetzt als uninteressantes Industrie-Produkt abzustempeln, wäre aber falsch.

Natürlich öffnete es RAHEL viele Türen, bereits mit 10 Jahren beim Finale der beliebtesten Casting-Show des Landes auf der Bühne gestanden zu haben. So standen ihr mit Jules Kalmbacher (Alice Merton, Lewis Capaldi) und Jens Schneider (Max Giesinger, Elif) für die Debüt-EP “Blessed” auch zwei echte Profis zur Seite. Das hört man – im Positiven wie Negativen.

Denn das, was “Blessed” wirklich gut macht, ist RAHELs schlicht großartige Stimme stilvoll zu inszenieren. In den acht Songs gibt es dafür verschiedene Schattierungen und Intensitäten zu hören und sowohl die Klavier-Dramatik von “Nobody Like You” als auch Up-Beat-Tracks wie “Fairytales” funktionieren ohne Abzüge. Stimmlich ganz groß und ohne Wachstumsschmerzen.

Auch die Arrangements sind gut gelungen und stehen zwischen Soul-Extravaganz einer Jessie J und dem sanften Pop-Entwurf einer Zoe Wees auf festen Beinen. Ein wenig mehr aus der generischen Komfortzone heraus hätte sich das gesamte Team dann aber schon wagen können – RAHELs Stimme hätte es ohne Frage mit links geschafft.

Was wiederum ein sehr positiver und auch etwas überraschender Faktor dieser EP ist – die Inhalte dieser Songs wirken nahbar und echt. So geht es im schönen Closer “Lego Stones” um die Suche nach dem eigenen Platz als junger Mensch.

Bei “Feels Like Home” singt RAHEL sogar ganz autobiographisch “Kinda weird to see myself on TV” und stimmt dabei eine kleine Empowerment-Hymne an. “Sticks & Stones” steht derweil für Diversität und Selbstermächtigung im Angesicht von Marginalisierungen.

Dass RAHELs musikalische Laufbahn noch in den Kinderschuhen steckt, kann man nach dieser EP jedenfalls nicht sagen. Vielmehr bietet “Blessed” eine mehr als spannende Basis für eine Karriere, die noch auf die ganz großen Bühnen der Nation führen könnte. Wenn es eine schaffen kann, dann diese Künstlerin. Jahrgang irrelevant.

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