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Cro – Live im Tanzbrunnen, Köln

Dass Cro in seinem Backkatalog einen Song hat, der „Hi Kids“ heißt und im prall gefüllten Kölner Tanzbrunnen direkt als zweite Nummer die Menge zum Ausrasten bringt, macht die selbsterfüllende Prophezeiung perfekt. 

Man hatte ein junges Publikum erwartet, aber was einen hier unter freiem Himmel – ein Glück, dass der Regen punktgenau um 19:00 Uhr aufgehört hat – erwartet, überrascht in geballter Maße dann doch.

Schon, bevor Cro nach Opener Schmyt um 20:15 die Bühne betritt, gibt es massenweise Sanitäter*innen-Einsätze, dichtes Gedränge und tränenverschmierte Teeniegesichter, die sich hektisch ihren Weg durch die Menge bahnen, die nur sehr ungern Platz macht.  

Dementsprechend verwundet es auch nicht, dass sich, sobald die bunten, spacigen Visuals auf der großen Leinwand hinter der Bühne starten und einen Countdown runterzählen, die Zuschauermenge in ein riesiges Meer aus Handys verwandelt.

Denn wahrscheinlich will jeder den Moment, wenn Cro dann endlich die Bühne betritt, auf den sozialen Medien seiner Wahl teilen. Sonst war man schließlich nicht dabei gewesen, oder? Das Gekreische, als es dann endlich soweit ist, ist ohrenbetäubend.

Wenn man es geschafft hat, sich auf dieses etwas gewöhnungsbedürftige Setting einzulassen, dann kann man in den kommenden gut 90 Minuten einen richtig guten Abend haben.

Auf der Bühne ist immer viel los und damit sind nicht nur die aufblasbaren, bühnenhohen Gänseblümchen am Rand oder der überlebensgroße Cro in Form einer hektischen, schneeweißen Flatterpuppe gemeint, die in der Bühnenmitte punktuell immer wieder für luftgesteuerte Tanzeinlagen sorgt. 

Cro hat nicht nur Deko mitgebracht, sondern auch eine Band und einige Tänzer*innen, die zu Songs wie „Blessed“ gehörig ihre Körperteile shaken.

Trotzdem geht nicht immer volle Kraft voraus an diesem Abend. Zu „Hoch“ wird die Seifenblasenmaschine angeworfen und kollektiv zur Ruhe gekommen, bevor das Publikum „Einmal um die Welt“ kaum von der Band angestimmt, A capella komplett im Alleingang performt.

Vorher hatte Cro gefragt, wer einen Handstand kann und gerade hatte er seiner Enttäuschung über mangelnde Performancekünste diesbezüglich kundgetan, traut sich tatsächlich eine junge Dame und wird anschließend auf die Bühne geholt. Dort wird sie nicht nur mehrfach vom Mann mit Maske umarmt, sondern erhält sogar eine Liebeserklärung: „Wir hatten gerade wirklich einen Moment hier Cosima“ sagt Cro, bevor es für die junge Dame wieder zurück in die Menge geht. 

Anschließend darf nochmal Badchieff, mit dem Cro zuvor schon die beiden Songs „ich liebe…” und „Fall auf” performt hatte, die Bühne beehren. Cro gönnt sich eine kurze Pause, während Badchieff seinen neuen Song „9 bis 9″ performt. Die Menge tobt, während der Beat zumindest für die älteren Zuhörer*innen in bedrohlichem Maße an Mallorca-Musik erinnert.

„Zum Glück hat dem jemand ein Mikro gegeben“, stellt Cro danach fest, bevor er kurze Bedenken äußert: „Aber jetzt weiß ich gar nicht, wie ich das noch toppen soll. Ach komm, ich versuch’s einfach.“ Was folgt, ist „Traum“, bevor mit „Unendlichkeit“ das reguläre Set leise zu Ende geht. 

Aber natürlich kommt Cro nochmal auf die Bühne, weil laut eigener Aussage etwas vergessen wurde. Welcher Song fehlt noch? Na klar – der Überhit „Easy“. Noch einmal ausrasten, bevor „letzter Song“ seinem Namen alle Ehre macht.

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