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Tocotronic – Live im GeyserHaus, Leipzig

Aufatmen, als das GeyserHaus Anfang der Woche meldete, dass ein lokales Hilfs- und Reparaturnetzwerk ganze Arbeit geleistet hatte und alle geplanten Konzerte stattfinden können, schließlich hatte ein Blitzeinschlag der hauseigenen, anwohnerfreundlichen Soundanlage übel zugesetzt.

Erwartungsgemäß gut besucht war die, von den begeisterten Protagonisten des Abends mit dem Ambiente des Auenlandes verglichene, wohl schönste unter den Leipziger Freiluft-Spielstätten, an dem gestrigen, wohltemperierten Samstag anlässlich des zweiten Tocotronic-Gigs im laufenden Jahr in der Stadt.

Nachdem die Alltagsballaden des Tristan Brusch im Vorprogramm ihre Freund*innen gefunden hatten, begibt sich das Quartett 20:00 Uhr an die Arbeitsplätze, „Die Idee Ist Gut, Doch Die Welt Noch Nicht Bereit“, laut Frontmann Dirk von Lowtzow das erste und beste Stück, welches die Band jemals schrieb, macht den Auftakt. Die Besucher*innen sind sehr wohl bereit, der Programmidee  der kommenden zwei Stunden zu folgen.

Ihr Verhältnis zum Leipziger Publikum ist symbiotisch, die Aufforderung „Komm Mit In Meine Freie Welt“ lassen sich die Fans nicht zweimal sagen, vom Start weg herrscht Trubel vor der kleinen Bühne, der sich bis in die oberen Reihen fortsetzt.

Damit ist die Marschroute gesetzt, Zeit zum Luftholen bleibt kaum, „Jackpot“, „Digital Ist Besser“, „Aber Hier Leben, Nein Danke“, „Eure Liebe Tötet Mich”, „Electric Guitar” – auch hier und heute begeistert der Querschnitt aus inzwischen 30 Jahren Bandhistorie.

Die beiden Gitarristen, „der Chef von dat Ganze“, Rick McPhail und „der langjährige Vorsitzende des Tolkien-Fanclub Offenburg“, Dirk von Lowtzow, bearbeiten voller Hingabe ihr Handwerkszeug, unaufgeregt bedient „der Mann, der nicht altern kann“, Jan Müller, den Bass, der „verrückte” Schlagzeuger taktet präzise – die Mehrheit will das schon längst genau so hören, Arne!

„Ich Tauche Auf“, namensgebend für das letzte Buch Lowtzows, im Rahmen der Buchmesse im hiesigen Kupfersaal vorgestellt, hält kurz inne, bevor „Let There Be Rock“, „Ich Bin Viel Zu Lange Mit Euch Mitgegangen“ und „Drüben Auf Dem Hügel“ noch einmal für Eskalation sorgen und „Ich Habe Stimmen Gehört“ den Hauptteil schließt.

Von „This Boy Is Tocotronic“ bis „Explosionen“ folgt zügig der Nachschlag, ehe das Abschlussritual mit Ingrid Cavens „Die Großen Weißen Vögel“ vom Tape und dem donnernden „Freiburg“ gegen 22:00 Uhr dem Konzert ein Ende setzt und begeisterte Zuschauer*innen in die noch junge Nacht entlässt.

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