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Chilly Gonzales – French Kiss

Chilly Gonzales, musikalischer Allrounder, Virtuose am Klavier und legendärer Entertainer, präsentiert eine Premiere: Das erste komplette Album in der Sprache großer französischer Geistesschaffender.

Sein „Smothered Mate“ begleitete 2018 den WM-Sieg der Equipe Tricolore, er näherte sich der Grande Nation wieder an. Zeitweilig zurück in Paris, ordnete der Kanadier auf der beschaulichen Ile Saint-Louis Ideen für „French Kiss“.

Egal, ob sich sein kreatives Basislager dort oder in seiner Kölner Wahlheimat befindet: Der künstlerische Ausdruck des Exzentrikers kennt keine Grenzen, spiegelt der einleitende Titeltrack sein Verständnis für zeitgenössische Musik, mit dem der Weltrekordler in der Disziplin Konzertlänge (27 Stunden) die neuen Kompositionen als Hommage an den Chanson interpretiert.

Laissez-faire, akribisch, cool, fokussiert, intensiv – die Klangfarben seines Spiels scheinen unendlich, die Arrangements halten an den Stationen Soul, Pop, Jazz und Funk, bleiben unkonventionell und in ihrem Verlauf unvorhersehbar.

Oft fesseln allein die schwarzen und weißen Tasten, woanders kontrastierten elektronische Akzente, geben Streicher und Bläser den Stücken Volumen, die zugehörige, von Flaubert-, Voltaire- und Molière-Zitaten durchtränkte Textur, die sich thematisch um Frankreichs Kultur und viele von deren Repräsentanten dreht, wird von schwungvollen Melodien eingerahmt.

Das Leitinstrument bekommt in „Il Pleut Sur Notre-Dame“ Begleitung vom tief brummenden Bass, um schließlich vom Gebimmel des Gotteshauses ausgeleitet zu werden, pfeift „Lac Du Cerf“ ihm ein Lied, genügt es sich in der tiefen Melancholie von „Romance Sans Paroles No 3“ selbst.

Kolleg*innen aller Couleur begleiteten Chilly Gonzales auf seinem kreativen Weg, auf dem die Kollaboration mit seiner Landsfrau Peaches eine der einprägsamen war, auch dato ist die Gästeliste wieder hochrangig besetzt.

Der Pariser Szene-Allrounder Teki Latex artikuliert in „Nos Meilleures Vies“ dringlich, die in Frankreich regelmäßig platin-dekorierte Juliette Armanet begleitet das „Piano A Paris“ mit Sanftmut, ist „Richard Et Moi“ mit dem Protagonisten der Geschichte, Richard Claydermann, unterwegs.

Die „Message Personnel” des Protagonisten zu seinem Werk ist: „Ein Liebesbrief an Frankreich, ohne kostenfreie Klischees und Lob“ – dem ist nichts hinzuzufügen, außer: „Wonderfoule“!

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