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The Screenshots – Wunderwerk Mensch

Das Kölner Pop-Punk-Trio The Screenshots widmet sich dem „Wunderwerk Mensch“ – und macht es sich und den Hörer*innen damit nicht mehr ganz so einfach wie noch bei „2 Millionen Umsatz mit einer einfachen Idee“.

Galt auf dem Debütalbum die Devise: ‚Lächeln und drüberstehen‘, ist die ungeschminkte Ironie in Text und Ton inzwischen längst nicht mehr so plakativ und fährt im Kleineren lieber Huckepack. Ob nun alles, was Sänger und Gitarrist Dax Werner glücklich macht, auf einen „DINA8“ Zettel passt oder die Position zu „Rockstar[’s] Wie Chad Kroeger“ ambivalent ausfällt – vieles bleibt in dieser Hinsicht offen.

Um darüber einfach hinwegzugehen, dafür ist das Songwriting in den Drei-Akkorde-Songs zu spannungsarm und die Stimmen stehen zu sehr im Zentrum. Wo Weghören folglich nicht so einfach geht, kommen die Momente gelegen, in denen Bassistin Susi Bumms den Gesang übernimmt und bei „Modern Dance“ ihr Scheitern im Tanzkurs an die erste Platte von Schnipo Schranke denken lässt.

Oder aber, wenn sie in „Nimm das Geld und renn“ unverkrampft die Panikmache vor dem Stellenabbau durch Roboter einfängt: „Innovationsland Deutschland/ Ambivalenz von KI, bla, bla“. Doch bereits in „Satellit“ weiß auch sie nicht mehr so recht zwischen Jux und Ernsthaftigkeit zu unterscheiden.

Wenn ihr Pendant Werner eine Nummer später mit Kölsche Dialekt in BAP-Manier feststellt: „Die Liebe Weiß Nit Wo Se Hinfährt“ ist das nur noch fürs Rheinland interessant.

Dabei hätte das vermeintliche „Wunderwerk Mensch“ aktuell von Beirut bis Belgorod deutlich mehr beißende Ironie, Zynismus oder einfach Schelte verdient. Sätze wie „Denn ich lieb dich immer einmal mehr als du mich“ helfen jedenfalls maximal den Verwaltern.

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