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Texas And Spooner Oldham – The Muscle Shoals Sessions

„I Don’t Want A Lover“ – im Sommer 1989 avancierte die Texas-Debütsingle mit ihren Slide-Gitarren auf schmissigem Beat zu einem Hit, der Mainstream-Publikum und Indie-Fan gleichermaßen mit dem Fuß wippen ließ, ein Erfolg, an den das zugehörige Album „Southside“ anknüpfte.

Mit „White On Blonde“ und „The Hush“ erreichte die Band aus Glasgow Richtung Jahrtausendwende den kommerziellen Zenit. Beide Ausgaben erreichten in UK mehrfach Platin-Status, platzierten Ohrwürmer, von denen z.B. „Sommer Son“ bis dato in allen gängigen Radio-Playlists ein Dauerbrenner blieb und „Say What You Want“ bei den BRIT Awards in einer Auflage mit dem Wu-Tang Clan die Hip-Hop-Gemeinde erreichte.

Damit war es schon Zeit für die erste Best-Of-Platte, die weitere Karriere verlief in der Folge vergleichsweise beschaulich, die Longplayer, die Texas in der Folge veröffentlichten, wurden weiter mindestens in der Heimat mit Edelmetall dekoriert, die zwingende Präsenz der Neunziger war ihren neuen Songs im neuen Jahrtausend aber nicht mehr vergönnt.

Mit „The Very Best Of 1989 – 2023“ erhielt ihr Gesamtwerk 2023 ein Update, nun erscheinen ihre Singles erneut, diesmal in einer Zusammenarbeit mit Spooner Oldham (sein „Keep On Talking“ wurde auf der letzten Compilation bereits gecovert), der die Klassiker der Schotten gekonnt auf links dreht.

„The Muscle Shoals Sessions“ – eingespielt in den berühmten FAME Studios in Muscle Shoals, Alabama, liefern 12 Kapitel, die mit dem Großmeister Oldham an den Tasten – für seine Verdienste längst aus der Hall of Fame grüßend – auf ein anderes Stimmungslevel transformiert werden, ohne dabei ihre Seele zu verlieren.

Spooner Oldman entkernt „Halo“, „The Conversation“ und „Black Eyed Boy“, preist mit Klavier und E-Piano seine Souther-Soul-Kernkompetenz, aber auch Jazzbar-Atmosphäre und Gospel ein, plaziert dezente Streicher im Hintergrund, erinnert sein Spiel in einigen Passagen an sein Zutun zu Neil Youngs „Harvest Moon“.

Auf dieser sanften Grundierung sticht der Gesang von Sharleen Spiteri, phasenweise von voluminösen Chorstimmen befeuert, heraus, ihrer gehauchten „Kiss me baby“-Aufforderung am Ende der souligen Charles & Eddie-Adaption „Would I Lie To You“ kann kaum nennenswerter Widerstand entgegengesetzt werden.

Nach der The Drifters-Nummer „Save The Last Dance“ am Schluss scheint fast sicher, dass „The Muscle Shoals Sessions“ nicht der letzte Tanz mit Texas gewesen sein kann.

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