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Pokey LaFarge – Rhumba Country

Geboren als Andrew Geißler in Boomington, Illinois, erscheint Pokey LaFarge wie der letzte Eremit seiner Art. Wieviele Künstler*innen sonst verschreiben sich dem Country-Blues und Western Swing mit kubanischen Klängen? Und wie viele betiteln dann auch das Album so direkt: „Rhumba Country“?

Uns wären keine bekannt. Es mag den ein oder andern geben, der ähnlich wie LaFarge mit zurückgekämmtem Seitenscheitel, Pomade im Haar und Hosenträger ums Hemd seinen Stil sucht.

Doch zugegeben, wirkt die cartoonhafte, überzeichnete Optik eher wie aus einer antiquierten Epoche und verleiht seinem Sound mehr von altmodischem Americana als nötig.

Tatsächlich sind die Songs auf „Rhumba Country“ um einiges frischer und in den besten Momenten zeitlos, doch in jedem Fall herrlich beschwingt.

Ob nun mit kubanischem Einschlag wie im Auftakt „One You, One Me“ oder dem staubigen Swing des Mittleren Westens in „For A Night“ oder dem westerngleichen „Run Run Run“.

Stets setzt LaFarge dabei auf hohe Backingvocals, die die ohnehin luftigen Songs zusätzlich in die Höhe heben. Dazwischen swingt sich mal ein helles Mellotron oder ein elegantes Saxofon hinein.

Die Abwechslung kommt nicht selten durch die Instrumentierung. „Like a Sailor“ rühmt sich einer aufregenden Kombination aus schriller Soul-Gitarre und Garage-Rock-Orgel.

An anderer Stelle ist es der Groove, der etwa in „So Long Chicago” bei geöffnetem Verdeck jeden zum rhythmischen Kopfnicker macht, ob er will oder nicht. Die Glückseligkeit wird hier nur noch im seeligen Pfeifen des abschließenden „You Make My Garden Grow“ gesteigert.

Da hat die gekonnte Mischung aus Jazz, Country-Blues und Western Swing, die auf „Rhumba Country“ Vignetten von Sehnsucht und Rastlosigkeit formt, längst einen mitreißenden Sog  zwischen Nostalgie und Zeitlosigkeit entfaltet.

Und das ist 2024 ziemlich einzigartig, denn wir wagen mal die These: Sowas wie Pokey La Farge hört man heute so gut wie gar nicht mehr.

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