„Dan’s Boogie“ von Destroyer ist wie ein Teflon-Selbstgespräch. Man redet mit sich selbst. Aber am Ende bleibt nichts haften.
So beginnen die besten Selbstgespräche. Man redet sich in Ekstase. Man redet über alles. Über Gewöhnliches und Außer-Gewöhnliches. Über Sinn und Unsinn. Über Natürliches und Übernatürliches. Man hat die beste Unterhaltung seines Lebens. Man redet für Stunden. Tage. Wochen. Es scheint nie zu enden.
Kaum ist ein Gespräch vorbei, da beginnt schon das Nächste. Man zeichnet Kreise. Man zieht Linien in den Sand. Man ist der Schöpfer seiner eigenen Welt.
Aber alles hat ein Ende. Erschöpft und selig sinkt man in die Kissen seiner Ledercouch. In der einen Hand einen Whisky. In der anderen eine Menthol-Zigarette.
Und statt weiterer Antworten steigen aus unserem Geist nur Fragen. Was waren das für Gedanken? Was waren das für Themen? Worüber zur Hölle habe ich mit mir geredet?
So lässt sich „Dan’s Boogie“ von Destroyer zusammenfassen. Das Album ist ein wunderschöner Ritt durch Gedankenflüsse ohne Anfang oder Ende. Ein virtuoses Spiel aus Statements ohne Botschaft. Eine augenzwinkernde Aneinanderreihung von unlogischen Kausalketten.
Sicher hat das alles einen Sinn. Aber der verschwindet schnell hinter dem musikalischen Versteckspiel. Manche mögen das surreal nennen. Manche mögen es als unwirklich bezeichnen. Aber was ist schon real? Und was am Ende wirklich?
„Dan’s Boogie“ verbindet Situationen mit Situationen. Es berichtet von Begebenheiten. Aber es entsteht keine Erzählung. Das Album ist ein Spiegelbild der sogenannten Wirklichkeit. Eine Definition unseres Daseins.
Wo die Geschichte unseres Lebens einzig in unserem Kopf existiert. Wo die vielen Punkte unserer Vergangenheit nur in unserer Vorstellung ein Bild ergeben. Wo sich am Ende nur kosmische Billardkugeln gegenseitig durch die Ewigkeit stoßen. Ohne Ziel. Ohne Anfang. Ohne Ende.
Und wieder steigen aus unserem Geist nur Fragen. Was ist meine Geschichte? Gibt es diese Geschichte überhaupt? Und wer erzählt sie, wenn ich mit mir selbst spreche?
