„Wir wollten eine breite Palette von Stilen präsentieren und gleichzeitig anerkennen, dass alles nur ein winziger Augenblick ist“, heißt es aus dem Munde von Nate Amos, seines Zeichens Gründungsmitglied des US-amerikanischen Indie-Pop-Duos Water From Your Eyes. Gemeint ist das mit Spannung erwartete Klangbild des neuen Bandschaffen „It’s A Beautiful Place“. Und in der Tat, soundtechnisch passiert ziemlich viel im Spätsommer 2025.
Die Single „Life Signs“ dient hier als Paradebeispiel. Hier vereinen sich verspielte Indie-Pop-Strukturen mit rotzigen Garage-Punk-Gitarren. Hinzu kommt der unaufgeregte Gesang von Rachel Brown, die sich manchmal genauso über die extravagante Mixtur zu wundern scheint, wie die Hörer*innen vor den heimischen Boxen.
Trotz der krassen Gegensätze läuft hier aber nichts aus dem Ruder. Die zwischen den Hauptsongs aufflackernden Instrumental-Interludes dienen als Brücke. Da ist ein roter Faden hör- und spürbar, wie auch im Song „Playing Classic“, der ein bisschen an Billie Eilish erinnert, wenn man sich das hibbelige Klavierthema wegdenkt.
Manchmal klatscht gar der Grunge-Fan begeistert in die Hände, wenn Water From Your Eyes mit einer wuchtigen Melange aus Weezer und The Breeders um die Ecke brettern („Born 2“). Inhaltlich geht es in dem Song um Science-Fiction-Literatur und politische Theorie – mindestens genauso spannend wie die Musik.
Langeweile klingt jedenfalls anders. Dann überrascht der Zweier die aufmerksam lauschenden Zuhörer*innen wieder mit ekstatischem Chaos („Spaceship“) und handzahmen Country-Folk-Klängen („Blood On The Dollar“). Schon irgendwie irre.
So präsentiert sich „It’s A Beautiful Place“ wie eine kunterbunte Sound-Wundertüte, bei der man nie genau weiß, was als Nächstes passiert. Das große Ganze holt bestimmt nicht alle ab, aber auf jeden Fall die, die sich nach einem kurzweiligen Soundtrack sehnen, der dem kontrastreichen Alltagschaos im Hier und Jetzt perfekt zur Seite steht.
