Harrison Storm hat sein zweites Album „Empty Garden“ auf Roadtrips, in Songwriting-Camps und mit Produzent Freddy Alexander (John Newman, The Kooks, Blues Pills) in Stockholm geschrieben. Über weite Strecken klingt die Platte dennoch recht leblos.

Der Australier wurde schon mit seinem, erst im letzten Jahr erschienenen, Debütalbum Fans von Sam Fender oder Ben Howard ans Herz gelegt, mit dem zweiten Release kann man sicher auch noch Acts wie Dean Lewis hinzufügen. Hat man diesen Referenzbogen einmal vor Augen, wird nur leider beim Hören erst recht bewusst: Das hat man so schon mal alles gehört.

Der Opener „For Your Love“ täuscht über das restliche Album hinweg, indem er mit sanften „Ah-Ah“-Chören Intimität und eine Tiefe verspricht, die dann jedoch nie eingehalten wird.

Wie es sich für einen Singer/Songwriter mit melancholischem Grundsetting gehört, dreht sich „Empty Garden“ zu 90 Proozent um: Liebe. Die besingt der Australier in wenig ausgefallenen Texten und Allgemeinschauplätzen. Ein paar Auszüge: „I love you, yes I do“ oder „Did you forget that we promised to the end of time?“

Immerhin: Den recht uninspirierten Inhalt verpackt Storm zumindest stellenweise in interessante Arrangements. „Find A Way“ klingt etwa, als hätte Ed Sheeran gemeinsam mit Mumford & Sons einen Holzfällerhemden-Shop geplündert, „Follow On“ oszilliert mit zarten Background-Vocals und butterweichen Arrangements und „Someone Else“ lässt Raum für mehr Melancholie und das wunderschöne Feature von Winona Oak.

Storm selbst bleibt damit dennoch im kompletten Mittelfeld des Genres, die Ideen und Stimmungsbilder sind so farblos, dass sie keinen Funken Wiedererkennungswert mitbringen.

Singen kann Storm jedoch, gerade die Kopfstimme, die viele Songs trägt, ist schön anzuhören und hat eine angenehme Note im Ohr.

Für das nächste Folk-Festival wird es mit diesem Album sicher reichen und vielleicht könnte mit dem Titeltrack sogar ein Platz im regionalen Radio frei werden – hier traut sich der sonst sehr klassische Folk von „Empty Garden“ auch mehr Pop. Auch wenn das nicht weniger einfallslos ist, so ist es doch zumindest etwas mitreißender.

Schreibe einen Kommentar

Das könnte dir auch gefallen

Album

The Paper Kites – If You Go There, I Hope You Find It

Album

M.Byrd – A Better Place

Album

Alice Phoebe Lou – Oblivion

Login

Werde MusikBlog-Mitglied!

Werde MusikBlog-Fan-Mitglied und du kannst Alben als Favorit markieren und deine eigenen Jahres-Charts erstellen.

Erlaube Benachrichtigungen OK Nein, danke