Power-Pop im Weltraum: Das hätte für Ash auch zur Odyssee werden können. Zwar verbieten sich eigentlich alle Parallelen von Ash’s neuntem Studioalbum „Ad Astra“ mit Stanley Kubrick’s Meisterwerk „2001 Oddyssee im Weltraum“, trotzdem legen es die Nordiren mit gewisser Arglist darauf an.
„Also Sprach Zarathustra“ des Komponisten Richard Strauß markiert nicht nur eine der markanten Stellen im besten SciFi-Film aller Zeiten – Ash stricken aus dem weltberühmten Motiv kurzerhand den Auftakt ihrer neuen Platte, nicht ohne reichlich Rock-Opern-Pathos. Das braucht freilich kein Mensch.
Doch bevor man ihnen das so wirklich übelnimmt, werfen sie direkt danach zwei ihrer besten neuen Songs in die Umlaufbahn. Da hat sich das kosmische Konzept des Albums zwar noch immer nicht erschlossen, aber besseren Power-Pop als „Which One Do You Want“ bekommt man anderswo eben auch nur selten zu hören.
Direkt danach kommt Blur-Gitarrist Graham Coxon in „Fun People“ zu einem Gastauftritt, der wohl nicht rein zufällig die unterschwellig schwelenden Brit-Pop-Ambitionen von Ash hochhält. Der sich stotternd anlassende Track macht einen Heidenspaß.
Und genau darauf hat es Frontmann Tim Wheeler angelegt: Fun gegen den Weltuntergang. Das können Ash noch immer so sympathisch, dass man auch den ein oder anderen Fehltritt etwas einfacher verzeihen kann.
Ganz oben in dieser Liste steht die Coverversion von Harry Belafontes „Jump In The Line“, das die vor zwei Jahren verstorbene Entertainer-Ikone einst für den Film „Beetlejuice“ aufnahm. Die beinahe in die Ska-Falle tappende Version von Ash ist das Überflüssigste neben einer handvoll Belanglosem. Ob ihnen Belafonte, Strauß oder Kubrick deshalb etwas übelnehmen, bleibt spekulativ. Darf aber bezweifelt werden.
